Hurra: Weltfrauentag

Heute ist der 100. Weltfrauentag. Und ich schreibe nicht viel zu Geschichte oder einen damals-heute-Vergleich oder andere inhaltliche Sachen. Da gibt es in meiner Blogroll einen Haufen gute Sachen.

z.B. von der Mädchenmannschaft, Girls can blog, bei Anke Gröner, im Genderblog oder bei Patrick.

Ich erzähle euch eine kurze Anekdote, die sich vor wenigen Wochen ereignet hat und mir wieder einmal bewusst machte, warum ich froh bin, heute zu leben und stolz auf alle, die dafür gekämpft haben, dass ich so leben kann, wie ich es tue.

Vor wenigen Wochen telefonierte ich mit einem entfernten Verwandten. Ich habe mit ihm seit gefühlten Ewigkeiten nicht gesprochen, also smalltalken wir etwas:

Er: Und wie geht’s dir so? Was machst du inzwischen?
Ich: Doch, gut. Ich bin ja seit letztem Sommer mit meinem Studium fertig und habe vor kurzem meinen Master angefangen.
Er: Ach, dieses neue Studiensystem. Was studierst du denn jetzt?
Ich: Gender Studies, Geschlechterforschung.
Er: Äh… was? Was ist das?
Ich: (an dieser Stelle eine Abkürzung, näheres kann mensch ja hier nachlesen)
Er: Ah ok. Ja, ist schon gut, wie sich alles verändert hat, ne? Und weißt du schon, wie es dann weiter geht?
Ich: Ich habe vor, dann noch meinen Doktor zu machen.
Er: Mhm… schön. Und was macht die Liebe?
Ich: Läuft wunderbar. Ich bin ja jetzt mit meinem Freund zusammengezogen und es wird mit jedem Tag schöner.
Er: Ohne die Erlaubnis deiner Eltern?
Ich: Äh… (wtf?) Meine Eltern wissen davon.
Er: Und seine?
Ich: Ja, die wissen auch davon.
Er: Und wann gibt’s dann Ergebnisse zu sehen?
Ich: (wtf? Nein, ich stell mich lieber dumm) Äh, wie meinst du das?
Er: Naja, Kinderchen und so.

Das Telefongespräch hörte auch bald darauf auf. Ich war verwirrt.
Hatte ich ihm nicht vor wenigen Sätzen von meinen Doktoratsplänen erzählt? Und dann  ist meine Beziehung doch nur erfolgreich, wenn es Kinder gibt.
Ist es wirklich so, dass Menschen Mitte 20 einmal die Erlaubnis der Eltern brauchten, um (unverheiratet) zusammenleben zu können?

An dieser Stelle:
DANKE an alle Frauen (und Männer), die ermöglicht haben, dass ich studieren und promovieren kann.
DANKE an alle Frauen (und Männer), die sich gegen diese strikten Ehevorschriften gestellt haben und ermöglichten, dass ich unverheiratet in einer glücklichen Beziehung leben darf.
DANKE an alle Frauen (und Männer), die mir ermöglichten, dass ICH entscheiden kann, ob und wann ich Kinder bekomme.
DANKE an alle Menschen da draußen, die die Welt zu einer freieren, gleichberechtigteren und in meinen Augen besseren gemacht haben. Nun bin ich ein Teil eurer Gemeinschaft und nun kämpfen wir gemeinsam dafür, dass die bisher erreichten Ziele nicht unterlaufen werden und andere noch nicht erreichte in naher Zukunft erreicht werden.

Happy Birthday den MutbürgerInnen der vergangenen 100 Jahre!

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7 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Christian - Alles Evolution
    Mrz 09, 2011 @ 11:34:41

    Klingt eher nach einem älteren Verwandten?

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Mrz 09, 2011 @ 12:22:41

      @Christian
      War ein älterer entfernter Verwandter. Mein näheres Verwandtschaftumfeld ist unabhängig vom Alter glücklicherweise offener eingestellt.
      Mein Opa z.B. freut sich über meine Doktoratspläne, rät mir aber von der Habilitation ab, weil es ein ungerechtfertiger Aufwand für nicht bessere Arbeitsbedingungen sei. 😉 Alter spielt also in diesem Zusammenhang zwar eine Rolle aber keine vorrangige.

      Antwort

      • Christian - Alles Evolution
        Mrz 14, 2011 @ 11:44:40

        Ich denke schon, dass es auch etwas mit dem Alter zu tun hat. Eine solche Haltung trifft man bei Älteren eben häufiger, auch wenn andere Ältere besser in die Moderne gelangt sind.

      • Khaos.Kind
        Mrz 15, 2011 @ 12:51:01

        @Christian
        Ich habe ja gesagt, dass Alter auch eine Rolle spielt. Aber eben keine besonders große.
        Konservatie findest du in allen Altersgruppen. Genauso wie Progressive, Liberale oder ähnliches. Bedeutender sind diesbezüglich Sozialisation, Milieu, Bildung. Studierende sind eben nicht überwiegend progressiv und ökologisch orientiert, weil sie jung sind – sondern weil sie die Möglichkeiten haben sich dahingehend eine Meinung zu bilden und diese Meinung auch auszuleben. Und dann auch seltener die wirtschafts- oder technikorientierten Studierenden, sondern vorwiegend die Geistes- und SozialwissenschafterInnen usw.

  2. Lucia
    Mrz 11, 2011 @ 10:42:42

    Hi Khaos.Kind,

    dein Blog habe ich hier auch noch verlinkt Frauen in der Blogosphäre

    Nur wird dein letzter Artikel nicht so angezeigt, als bei den anderen. 😦

    Und E-Mails bekomme ich wie beim alten Blog auch nicht. *schnief*

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Mrz 11, 2011 @ 11:06:01

      Huhu Lucia,

      😀 Danke fürs verlinken (und ein neues Blog zum entdecken)
      Hast du mal versucht, die wordpress-Adresse zu verlinken? Vielleicht geht die besser.

      Wegen den Mails muss ich mich wohl mal intensiver mit WordPress anfreunden. Und dich fragen, ob du RSS Posts/comments schon probiert hast und wenn ja, obs da auch nicht klappt.

      Antwort

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