Equal Pay Day in Deutschland 2011

Heute ist/war in Deutschland der sogenannte Equal Pay Day, ein Tag, der die ungleiche Entlohnung thematisiert und problematisiert, indem er variabel ist. Erst am heutigen Tage hätten Frauen* in Deutschland das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Mannes* 2010 erwirtschaftet, denn sie verdienen im Schnitt 23% weniger.
Schon krass oder?
Aber keine Sorgen meine deutschen Freunde und Freundinnen, in Österreich „feiern“ wir diesen Tag erst Mitte April.

Natürlich sind diese 23% etwas plakativ angesetzt. Der Tag ist nämlich nur auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede bezogen. Als angehende Wissenschafterin weiß ich, dass dieser Fokus nicht die Realität umfassend wiedergibt und ich hoffe, die Personen, die das Problem angehen sollen, wissen das auch. Denn die ungleiche Entlohnung trifft ja nicht nur die Geschlechter, sondern differenziert sich auch nach klassenspezifischen oder kulturspezifischen² Gründen aus.
Wer sich für Zahlen und Statistiken interessiert und wissen möchte, was es mit den ~23% Lohnunterschied auf sich hat, findet bei der Mädchenmannschaft einen guten Artikel mit vielen Verweisen auf Veröffentlichungen. Bitte auch die Kommentare lesen. Und natürlich das Dossier zum Equal Pay Day.
Kleine Anmerkung:
Oft wird angesprochen, dass die 23% nicht unbedingt im Einzelfall zutreffen. Diese „Kritik“ disqualifiziert sich jedoch selbst damit, dass sie pobabilistische Daten am Einzelfall prüfen will. Jede halbwegs mit Statistiken vertraute Person weiß, welch Blödsinn das ist, weil probabilistische Daten eben nur die Wahrscheinlichkeit angeben können und keine direkte Abbildung von realen Situationen darstellen. Soll heißen, die Wahrscheinlichkeit für z.B. Frauen ist größer bei gleicher/gleichwertiger Arbeit weniger als ein Mann zu verdienen als andersrum. Nicht mehr und nicht weniger.

Interessant finde ich hierzu noch den Blogeintrag von Antje Schrupp, die 10 Thesen zum „Equal Pay Day“ und dem „Gender Pay Gap“ (eigentlich Gender Wage Gap) aufstellt und darin versucht, den Fokus aufs Geschlecht etwas zu erweitern.
Ich möchte mich ihr darin anschließen und zwei Dinge ansprechen:
Was ist eigentlich „Arbeit“? Welche Rolle spielen Strukturen?

Klar ist es moralisch fragwürdig, Menschen aufgrund ihres Geschlechts unterschiedlich zu entlohnen, obwohl sie gleiche oder gleichwertige Arbeit leisten. Doch eine der grundlegenden Fragen, die die ungleiche Entlohnung aufwirft, ist die danach, was als „Arbeit“ gilt. Was wird entlohnt, wie und nach welchen Kriterien diese Entlohnung berechnet wird und gerade am Equal Pay Day – was gilt überhaupt als „gleichwertige“ Arbeit?
Je intensiver ich darüber nachdenke, umso diffuser finde ich das System der Berechnung. Denn scheinbar zählt vor allem die wirtschaftliche Bedeutung, die Frage nach Profit und Beitrag zum BIP. Nach gesellschaftlicher Bedeutung wird oft nicht gefragt. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum ManagerInnen in z.B. Banken oder Aktiengesellschaften mehr verdienen sollten als solche eines großes Krankenhauses. Oder warum BauarbeiterInnen besser bezahlt werden sollten als Pflegekräfte.
Was ist „Arbeit“? Ist es im familiären Umfeld weniger Arbeit ein Kind zu erziehen, als in einer öffentlichen Einrichtung? Ist es weniger Arbeit, wenn ich meinen Garten umgrabe, als wenn es jemand anderes tut? Ist es weniger Arbeit, wenn es mir Spaß macht als wenn ich „malochen“ (eins meiner Hasswörter) gehe? Ist es weniger Arbeit, wenn eine Frau eine Tätigkeit erledigt, als wenn dies ein Mann tut? Ist es weniger Arbeit, die eine Person aus dem Ausland erledigt, als wenn eine „einheimische“ dies tun würde?

Wir sind Helden: Ode an die Arbeit

Wird mit Geld überhaupt die Arbeitsleistung entlohnt? Und wenn nicht – was dann?

Zudem finde ich, werden in den Diskussionen um un/gleiche Entlohnung zwischen den Geschlechtern zu oft die Strukturen unberücksichtigt gelassen, in denen Erwerbsarbeit stattfindet.
Oft werden geschlechtsspezifische Unterschiede der Entlohnung damit begründet, dass Geld für Männer einen anderen Wert habe als für Frauen. Sie würden weniger fordern, weniger Vollzeit arbeiten etc. Das mag durchaus sein. Aber liegt das wirklich am Geschlecht? Haben Menschen wirklich die freie Wahl, ob sie Vollzeit oder Teilzeit arbeiten wollen? Oder müssen sie aus dem Pool schöpfen, der bereit steht? Wenn die Berufswahl so toll individuell und frei ist – warum bieten Schulen und Arbeitsämter Berufsorientierungskurse und –veranstaltungen an? Und mal ehrlich, wie viele Menschen wissen mit 10, 15, 20, 25 Jahren wirklich, was sie mal werden wollen? Selbst wenn – reicht das Wissen um den Wunschberuf allein, diesen zu ergreifen?
Ich denke, die Fakten sprechen extrem dagegen. Eine meiner ehemaligen Klassenkameradinnen wollte nach ihrem Schulpraktikum gern Rechtsanwaltsfachgehilfin werden. Nur ließen das ihre Noten nicht zu und so musste sie nehmen, was eben ging – und wurde Fleischereifachverkäuferin. Ein Mädchen, das ich kenne, musste ihre Berufswahl auf solche Gewerbe beschränken, in denen sie mit Kopftuch auch genommen wurde. Viele viele Hochschulen kämpfen mit StudienabbrecherInnen oder Studienfachwechseln. Viele viele Ausbildungsstellen kämpfen mit Auszubildenden, die grundlegende mathematische Rechnungen nicht lösen können.

Zudem sind die möglichen Ausbildungswege sehr unterschiedlich. Menschen, die einen dualen Ausbildungsweg wählen, haben tendenziell bessere Verdienste zu erwarten als diejenigen, die eine Vollzeitstruktur durchlaufen. Wobei erstere vorwiegend von Männern genutzt wird und letztere eher von Frauen. Wenn aber nun der Beruf, den ich anstrebe keine dualen Ausbildungsmöglichkeiten anbietet – habe ich dann wirklich eine Wahl? Ist es meine individuelle „Schuld“, dass ich eben nicht einen Beruf anstrebe, in dem es duale Ausbildungsstrukturen gibt?

Manche Menschen (u.a. ein Professor von mir) meinen, dass die Entlohnung im Beruf mit dem Bildungsgrad steigt und sich das Wage-Gap in wenigen Jahren schließen wird, weil ja immer mehr Frauen studieren und nach und nach in die höheren Posten aufsteigen. Im groben Schnitt ist das nicht mal falsch. Ist aber wenig aussagekräftig, wenn nicht z.B. die Studienrichtung berücksichtigt wird. Ich habe zwar bereits studiert, kann aber nicht wirklich sagen, dass sich das groß auf mein Einkommen auswirken würde. Gerade die sozialen Studienrichtungen, sei es Pflege, Gesundheitswissenschaft, Sozialarbeit oder Lehramt können sich trotz Studium nicht an einem übermäßigen Geldsegen erfreuen. Und wählen sie einen Bereich, der doch gute Konditionen und Bezahlung verspricht, werden verbeamtet oder arbeiten im öffentlichen Dienst – dann müssen sie sich den Vorwurf anhören, dass der Wert ihrer Arbeit nur eine Illusion ist, weil sie eben vom Staat und nicht der Privatwirtschaft entlohnt werden.

Dies sind nur ein paar Denkansätze aber ich denke, das Grundprinzip wurde klar. Im Großen und Ganzen halte ich es für wichtig, auf Ungleichheiten welcher Art auch immer aufmerksam zu machen.
ABER
Unter den Versuchen, den Gender Wage Gap zu minimieren dürfen meines Erachtens nach nicht die grundlegenden Fragen vergessen werden – die Fragen nach dem, was Arbeit ist, was sie sein kann, unter welchen Bedingungen und in welchen Strukturen sie stattfindet und was wie entlohnt wird! Es dürfen nicht die vielen Bezüge und Verbindungen vergessen werden, die in ein Arbeits- und Lohnverhältnis mit reinspielen. Zu denen mag das Geschlecht gehören – aber eben nicht nur.

* Da sich die Arbeits/Entlohnungsstatistiken vorwiegend nach dem anerkannten Geschlecht richten, beziehen sich die Geschlechtsangaben im Weiteren auch darauf.
² Unter kulturspezifische Gründe fallen in meinen Augen die Wertigkeit der realen oder angenommenen Herkunft, also Migration und Migrationshintergrund, angenommener Migrationshintergrund aufgrund des Aussehens, Namens, Sprache oder speziell in Deutschland auch der Unterschied zwischen den neuen und alten Bundesländern.

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30 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Lucia
    Mrz 26, 2011 @ 13:03:38

    Vielleicht wird ja irgendwann begriffen, dass die arbeitende Bevölkerung Sklaven der Machthaber des Systems sind. Folglich kann von freier Berufswahl keine Rede sein. Dass es als freie Wahl dargestellt wird, dient nur dem Zweck die Leute noch besser ausbeuten zu können. Denn wer glaubt es ist seine Wahl leistet wohl automatisch mehr.

    Aber selbst die Machthaber sind Sklaven des Systems, denn ohne dasselbige wären auch sie nichts. Ne Lösung habe ich keine, aber wenn Sklaven mit den Machthabern partizipieren, ficken sie sich nur selbst. Das nicht zu machen, wäre wohl der erste Schritt in die richtige Richtung.

    *har har*
    My 2 cent Geblubber 😉

    Antwort

  2. Thomas
    Mrz 29, 2011 @ 06:59:16

    Alles nur Gender-PR. Ich bin kein angehender Wissenschaftler, sondern Wissenschaftler und kann Dir sagen, dass Mann und Frau gleich bezahlt werden in den entsprechenden Tarifen. Bloß bei Stellenausschreibungen werden Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt. Es ist also genau umgekehrt.

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Mrz 29, 2011 @ 09:04:19

      @Thomas
      Das nächste Mal mit gültiger Mailadresse und dann wird das auch was mit den Kommentaren. Sonst nicht.

      Ich frage mich, ob du meinen Beitrag überhaupt gelesen hast. Da steht klar und deutlich:
      Kleine Anmerkung:
      Oft wird angesprochen, dass die 23% nicht unbedingt im Einzelfall zutreffen. Diese „Kritik“ disqualifiziert sich jedoch selbst damit, dass sie pobabilistische Daten am Einzelfall prüfen will. Jede halbwegs mit Statistiken vertraute Person weiß, welch Blödsinn das ist, weil probabilistische Daten eben nur die Wahrscheinlichkeit angeben können und keine direkte Abbildung von realen Situationen darstellen. Soll heißen, die Wahrscheinlichkeit für z.B. Frauen ist größer bei gleicher/gleichwertiger Arbeit weniger als ein Mann zu verdienen als andersrum. Nicht mehr und nicht weniger.

      Antwort

  3. mayarosa
    Apr 01, 2011 @ 08:13:57

    Liebe Khaoskind,
    danke für deinen differenzierten Beitrag. Gefällt mir. Mir gefällt auch dein Wort „probabilistisch“ und dass Statistiken nur Wahrscheinlichkeiten abbilden ist natürlich völlig richtig.
    Einschränkend möchte ich bemerken, dass der Begriff aus dem Schlaudeutschen kommt, abgeleitet von Probabilität, also Wahrscheinlichkeit. Und ich unterstelle mal, nicht jede/r des Deutschen
    mächtige hat diesen Begriff in seinem Wortschatz.
    Und klar: Statistiken bilden Wahrscheinlichkeiten ab. Und man darf nicht von einer Wahrscheinlichkeit auf den Einzelfall schließen. Andererseits liegt es in der Natur des Menschen, allzu gern zu verallgemeinern. Das erleichtert unserem Hirn, sich in der Welt zurechtzufinden.
    Was mich umtreibt, ist ja das Analytische, also die Frage: Warum ist das so, wie es ist? Warum verdienen Frauen weniger? Warum arbeiten sie so oft Teilzeit? … Sicher hat nicht jede Frau die Wahl (Einzelfallbetrachtung). Probabilistisch gesehen gibt es aber tatsächlich – jetzt rede ich auch mal schlaudeutsch 😉 – einen signifikanten Anteil an Frauen, die gar nicht Vollzeit arbeiten wollen. Auch die Fähigkeit, mehr Geld und Anerkennung zu fordern, ist bei Frauen statistisch gesehen, also der Wahrscheinlichkeit nach, geringer ausgeprägt als bei Männern. Warum?
    Nun, schauen wir in den Sandkasten. In die Grundschule. In den Sportverein. In die Klamottenabteilung bei H&M. In die Art und Weise, wie Eltern, Erzieher, Lehrer mit Jungs und wie sie mit Mädchen reden, was sie ihnen vorleben.
    Hier werden nach wie vor Geschlechterbilder und -rollen anerzogen, über die wir dann hinterher motzen. Sach ich jetzt mal so.
    Habe mal was dazu gepostet: http://mayarosasweblog.wordpress.com/2011/03/08/weltfrauentag/ (Wenn du den Link nicht in deinem Blog willst, völlig okay, dann schmeiß ihn wieder raus). Wollt mich nur nicht wiederholen.
    Schönes Wochenende dir. LG mayarosa

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Apr 01, 2011 @ 09:29:40

      Hi Mayarosa,

      Ach ja, das gute schlaudeutsch 😉 Das kommt davon, wenn Studierende vom Statistikskript zum Blogbeitrag und wieder zurück wechseln.
      Aber „Wahrscheinlichkeitsdaten“ können nur etwas über Wahrscheiblichkeit aussagen klingt irgendwie doppelt gemoppelt, nich?

      Zu dem geringeren Verdienst hab ich einen guten Ansatz bei Marx gefunden, mit dem ich mich mal näher auseinander setzen werde:
      Der Arbeiter wird nicht für den Wert der Produktionsleistung bezahlt, sondern dafür, was er zur Reproduktion seiner Arbeitskraft braucht (Erholung, Zeugung neuer potentieller Arbeitskräfte).
      Ist noch etwas unreif der Gedanke aber das würde einen Ansatz bieten dafür, warum der „Familienlohn“ früher höher war als heute. Jetzt, in der Annahme, dass jede Person sich selbst erhalten kann und soll – muss ein Lohn nur noch für ein Individuum und nicht mehr für eine ganze Familie reichen.
      Aus dem Ansatz ergibt sich auch das „Zuverdiener-Modell“, das eben eine Person (überwiegend männlich) Voll arbeitet und eine andere (überwiegend weiblich) nur Teilzeit und eben etwas „dazu verdient“.
      Dann ist da noch die Frage, ob wirklich mehr Männer Vollzeit arbeiten wollen. Vollzeit ist es ja „nur“, wenns ne 100%-Stelle ist. Alles darunter bis 10% oder so ist Teilzeit. Und ich würde auch eine 75%-Stelle einer 100%-Stelle vorziehen, wenn es zum Leben reicht. Meine bessere Hälfte sieht das jedoch genauso. Und dann gibts auch Fälle, in denen Menschen zwei 50%-Stellen haben, also 100% arbeiten aber fällt nicht statistisch auf.
      Dann ist da noch die Sorgearbeit, die überwiegend den Frauen zugeordnet wird. Und solange die Schul- und Pflegesysteme darauf aufbauen, dass Zuhause jemand erreichbar ist, fällt das in ihre Entscheidung des Arbeitsvolumens mit rein.
      Du siehst, es ist kompliziert.

      Antwort

  4. mayarosa
    Apr 01, 2011 @ 09:37:28

    „Aus dem Ansatz ergibt sich auch das „Zuverdiener-Modell“, das eben eine Person (überwiegend männlich) Voll arbeitet und eine andere (überwiegend weiblich) nur Teilzeit und eben etwas „dazu verdient“.“
    Naja, genau das ist heute überholt und wird von den Realitäten überrannt. Denn die Hausfrauen- bzw. Zuverdiener-Ehe ist ein westdeutsches Modell, geboren im deutschen Wirtschaftswunder unter Adenauer, vielleicht mit dem einen oder anderen Frauenideal im Hinterkopf noch aus der Nazizeit.
    Ich muss mich jetzt aber am Riemen reißen und weiterarbeiten … und nicht hier ins philosophieren kommen …

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Apr 01, 2011 @ 10:49:40

      @mayarosa
      Naja, genau das ist heute überholt und wird von den Realitäten überrannt.
      Jein. Auch wenn die normativen Anforderungen sich wandeln bzw. gewandelt haben – Ehegattensplitting gibt es ja immernoch und das fördert ja solche „Hausfrauen-Ehen“. Und mehr oder weniger implizit wird auch von ArbeitgeberInnenseite eine geringere Bezahlung damit assoziiert, dass eine Frau ja nur was dazuverdient – dazu hab ich aber gerade keine Zahlen parat. Weiters wurde die letzten Jahre auf dem Arbeitsmarkt der Teilzeitbereich ausgebaut um mehr Frauen darin zu integrieren.
      Ich würde ja generell für eine Herabsetzung der Vollarbeitszeit plädieren und dann mal schauen, wie sich die Geschlechterverhältnisse auf die Arbeitsbereiche verteilen 🙂

      Bei uns hat die Schule freilich auch Kontaktdaten, wo sie anrufen kann, falls etwas passiert. Aber das hat nichts mit „zuhause erreichbar“ zu tun. Das kann die Büronummer sein, der Privatanschluss und am besten sowieso dabei die Handynummer. Und noch besser von Vater und Mutter und/oder eine weitere Person.
      Es geht vorrangig um die Struktur, dass noch Bezugspersonen erreichbar sind. Und wenn ein Kind aus irgendeinem Grund nach Hause geschickt werden muss, dass es je nach Fall abgeholt wird oder nicht allein Zuhause ist.
      Und ja, auch Väter unterbrechen ihre Arbeit, wenns denn notwendig ist. Da spielt aber wieder mit rein, wer denn die Hauptbezugsperson für das Kind (wenn wir mal am Schulbeispiel bleiben) ist und das sind meist die Mütter. Oder die Lehrpersonen denken, es sind die Mütter, wer weiß. Wenn also als erstes die Mutter angerufen wird uns sagt, sie macht es – warum noch den Vater benachrichtigen?
      So war es jedenfalls in meiner Schulzeit.

      Antwort

  5. mayarosa
    Apr 01, 2011 @ 09:42:27

    „Und solange die Schul- und Pflegesysteme darauf aufbauen, dass Zuhause jemand erreichbar ist,“ Wie meinst du das?
    Bei uns hat die Schule freilich auch Kontaktdaten, wo sie anrufen kann, falls etwas passiert. Aber das hat nichts mit „zuhause erreichbar“ zu tun. Das kann die Büronummer sein, der Privatanschluss und am besten sowieso dabei die Handynummer. Und noch besser von Vater und Mutter und/oder eine weitere Person. Damit auf jeden Fall wenigstens einer erreichbar ist, wenn etwas ernstes ist. Und wenn dem eigenen Kind etwas passiert, dann unterbricht auch ein Vater die Arbeit und eilt zuhilfe oder nicht?

    Antwort

  6. mayarosa
    Apr 01, 2011 @ 11:10:47

    Liebe Khaoskind,
    ohne Frage gibt es Strukturen, die einer Gleichbehandlung von Männern und Frauen im Wege stehen. Das Ehegattensplitting steht für mich da an erster Stelle. Es sollte dringend durch ein Familiensplitting ersetzt werden (also Steuervorteile für Kinder, nicht für Trauschein). Ich wollte es nur nicht auf die Schule bezogen wissen, weil der ist es im Zweifel egal, ob sie die Mutter, den Vater oder die Oma anruft.
    Vorsichtig wäre ich mit dem Gleichstellen von Teilzeit und Dazuverdienen. Bei einer Rechtsanwaltsgehilfin oder einer Supermarktkassiererin in Teilzeit ist das sicher wahr. Eine Ärztin, Personalentwicklerin, Lehrerin, Ingenieurin etc. erwirtschaftet mit einer 25 bis 30 Stunden Stelle einen erheblichen Teil des Familieneinkommens bzw. als Alleinerziehende den Lebensuterhalt.
    Mir ist bewusst, dass ich in einem diesbezüglich bevorteilten Umfeld lebe (Großstadt, bildungsbürgerlastiges Viertel). Aber hier kenne ich einige Paare, die aus unterschiedlichen Gründen beide Teilzeit arbeiten bzw. Arbeit und Familie gemeinschaftlich organisieren. Das meinte ich damit, die Strukturen werden von den Realitäten überholt. Liebe Grüße

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Apr 01, 2011 @ 13:12:16

      @mayarosa
      Vorsichtig wäre ich mit dem Gleichstellen von Teilzeit und Dazuverdienen.
      Ich würde das auch als zwei getrennte Faktoren betrachten, die allerdings ineinander greifen was die Idee dahinter betrifft.

      Aber hier kenne ich einige Paare, die aus unterschiedlichen Gründen beide Teilzeit arbeiten bzw. Arbeit und Familie gemeinschaftlich organisieren. Das meinte ich damit, die Strukturen werden von den Realitäten überholt.
      Finde ich gut 🙂
      Arbeiten wir mal daran, dass sich die Strukturen den Realitäten anpassen.

      Antwort

  7. mayarosa
    Apr 01, 2011 @ 13:14:34

    yep! Schönes WE dir.

    Antwort

  8. lucia
    Apr 01, 2011 @ 22:47:08

    OT 😉

    Hab mir ’nen Ferienwohnsitz zu gelegt. 🙂

    Schönes WE wünsch ich dir.

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Apr 02, 2011 @ 07:32:41

      Wie jetzt, erst neugierig machen und dann nicht verraten, wo?
      Gemeinheit 😉

      Antwort

      • lucia
        Apr 02, 2011 @ 12:25:14

        Oooooooh Frau – bei WordPress natüüürlich 🙂

        Und ’ne Mail krieg ich trotzdem net.
        Gemeinheit 😦

      • Khaos.Kind
        Apr 02, 2011 @ 12:29:31

        @Lucia
        Ach DER Ferienwohnsitz *g*
        Sieht nett aus. Erhohlung ist ja wichtig, die muss „nett“ sein.

        Bei den Mails hab ich auch noch nicht rausbekommen, woran es liegt. Vielleicht mag es dich einfach nicht. Aber wordpress-Blogs können sich ja gegenseitig abonieren, vielleicht geht das besser 😉
        Dir auch ein schönes WE (und Mayarosa auch, selbstverfreilich)!

      • lucia
        Apr 02, 2011 @ 21:48:09

        Hm, also ich kann alle die die mich nicht mögen, schon gar nicht mehr zählen, aber „ES“ ist noch nicht dabei. Who the fuck is „ES“? *kopfkratz*

        Oh Frau, wie geht denn – sich gegenseitig abonieren?

        Uff, anstatt einfacher wird’s immer komplizierter.

        Das Leben ist grausam – ich will net mehr. *heul*

      • Khaos.Kind
        Apr 02, 2011 @ 22:22:19

        @Lucia
        „Es“ ist das uminöse Etwas, das macht, dass bei dir die Mailfunktion nicht funktioniert. Ich weiß nicht, ob sie bei anderen auch nicht funktioniert aber beschwert hat sich mal noch niemand.
        Oben am Browser hast du so ne graue Leiste, wenn du im WordPress eingeloggt bist. da gibts ganz rechts die Funktion „Subscribe“ und damit kannst du mein Blog abonnieren. Ich bekomm von anderen Blogs dann Mails, wenns was neues gibt. Aber wo genau das sonst noch auftaucht im Admin-Dingens… ich glaub die bauen das grad um.

        Es wird noch einfacher. Dir macht vielleicht die Umstellung von blogähdingens auf wordpress etwas Schwierigkeiten aber das gibt sich bald, versprochen!

  9. Christian - Alles Evolution
    Apr 06, 2011 @ 11:01:07

    „Oft werden geschlechtsspezifische Unterschiede der Entlohnung damit begründet, dass Geld für Männer einen anderen Wert habe als für Frauen. Sie würden weniger fordern, weniger Vollzeit arbeiten etc. Das mag durchaus sein. Aber liegt das wirklich am Geschlecht?“

    Wenn es durchaus seien mag, dann muss es ja am Geschlecht liegen. Die Frage ist vielleicht etwas präziser gefasst doch, ob es angeboren oder anerzogen ist. Also ob es „dem Geschlecht innewohnt“ oder hineingebracht wird.

    „Haben Menschen wirklich die freie Wahl, ob sie Vollzeit oder Teilzeit arbeiten wollen?“

    Zunächst: Eine Menge Fragen zu stellen, die man dann in Richtung der gewünschten Antwort offen lässt, ist meiner Meinung nach ein schlechtes Argument. Butler macht das auch dauernd.
    Die meisten Frauen arbeiten ja Halbzeit, weil sie diejenigen sein wollen, die die Kinder versorgen. Wenn sie ihr Leben von vorneherein darauf ausgerichtet hätten, dies nicht zu machen (einschließlich Partnerwahl) dann wäre der Druck sicherlich geringer. Aber das Gegenteil ist ja der Fall: Frauen arbeiten gerade im Öffentlichen Dienst, weil sie das besser mit der Kinderbetreuung vereinbaren können etc

    Antwort

    • Loki's Son
      Apr 06, 2011 @ 11:43:57

      „Die meisten Frauen arbeiten ja Halbzeit, weil sie diejenigen sein wollen, die die Kinder versorgen.“
      Deine wilden Behauptungen in Ehren, aber würde mich schon interessieren woher du das wissen willst. Hast deine Mami gefragt?

      Antwort

    • Khaos.Kind
      Apr 06, 2011 @ 16:36:52

      @Christian

      Wenn es durchaus seien mag, dann muss es ja am Geschlecht liegen.

      Wenn es sein KANN, dann MUSS es? Aber gut, fügen wir ein Wort ein: Liegt das wirklich NUR am Geschlecht? (und der restliche Blogeintrag kann so bleiben, denn natürlich liegt es nicht nur am Geschlecht)

      Zunächst: Eine Menge Fragen zu stellen, die man dann in Richtung der gewünschten Antwort offen lässt, ist meiner Meinung nach ein schlechtes Argument.

      Nur am Rande: Fragen sind gar kein Argument.
      In diesem Falle sind es Überlegungen und Denkansätze. Die ich im restlichen Beitrag nach „Ich denke, die Fakten sprechen extrem dagegen.“ weiter ausführe. DAS sind dann die Argumente.

      Antwort

  10. Christian - Alles Evolution
    Apr 06, 2011 @ 12:46:08

    @Loki´s Sohn

    Es ist auch ein persönlicher Eindruck, wenn auch nicht durch meine Mutter hervorgerufen, die recht berufstätig war. Aber ich höre von Frauen eben häufig Varianten des Themas „Ich bin doch nicht 9 Monate schwanger um dann gar nichts vom Kind zu haben“

    Das Statistische Bundesamt stützt dies meiner Meinung nach:

    Die meisten Erwerbstätigen arbeiteten aus familiären Gründen in Teilzeit: 2009 nannten 24 % die Betreuung von Kindern oder anderen Angehörigen als Grund, 21 % sonstige familiäre Verplichtungen. Frauen übten deutlich häuiger eine Teilzeitbeschäf­tigung wegen familiärer Plichten aus als Männer. 2009 nannten 52 % der Frauen einen der beiden genannten Gründe, aber
    nur 8 % der Männer. (…)
    Bei Müttern dagegen galt die Regel: Je mehr Kinder, desto seltener waren sie berufstätig. 63 % der Mütter mit einem Kind gingen einer bezahlten Tätigkeit nach, aber nur 58 % der Mütter mit zwei Kindern. Von den Müttern mit drei und mehr Kindern gingen nur 42 % arbeiten. Teilzeit ist bei berufstätigen Müttern die Regel, bei Vätern die Ausnahme Mütter waren nicht nur wesentlich seltener erwerbstätig als Väter. Wenn sie berufstätig waren, arbeiteten sie meist Teilzeit (70 %). (…)

    Aus der gleichen Quelle:

    Knapp 40 % der Männer, aber nur 19 % der Frauen waren eigentlich auf der Suche nach einem Vollzeitjob.

    Weitere Statistiken finden ich auch bei Susan Pinker, Das Geschlechterparadox.
    Im übrigen: Selbst in Matriarchaten übernehmen die Frauen lieber die Kinderbetreuung.

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Apr 06, 2011 @ 16:57:32

      @Christian

      Bei Müttern dagegen galt die Regel: Je mehr Kinder, desto seltener waren sie berufstätig.

      Das ist ein Zusammenhang, natürlich. Aber keine Kausalität im Sinne von „Ich will was vom Kind haben und arbeite darum Teilzeit“. Hier spielt die Struktur mit rein, dass eine höhere Dichte an qualitativer flexibler Betreuungsmöglichkeit eine Erwerbstätigkeit auch in vollem Maße ermöglicht. Hinweise darauf finden sich gerade im Vergleich alter und neuer Bundesländer.

      Knapp 40 % der Männer, aber nur 19 % der Frauen waren eigentlich auf der Suche nach einem Vollzeitjob.

      Hier hast du einen wichtigen Satz vergessen:
      Inwiefern bei diesen Gruppen [die aus familiären Gründen Teilzeit arbeiten, Anm.] Teilzeitarbeit freiwillig ausgeübt wird, kann nicht abschließend geklärt werden. Es ist davon auszugehen, dass Veränderungen bei Angeboten für Kinderbetreuung und Pflege die Wünsche nach Vollzeit- oder Teilzeitarbeit beeinflussen.
      Statistisches Bundesamt: Qualität der Arbeit, Seite 33

      Dann ist bei dem Anteil der Teilzeitarbeitenden, gerade bei denen mit Familie, das Angebot in der räumlichen Umgebung zu berücksichtigen, da diese weniger flexibel ihren Wohnort bestimmen können.
      Hier im Raum Wien ist es z.B. so, dass es für SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen vorwiegend nur Teilzeitstellen (30-80%) gibt. Und in den anderen Sozialbereichen sieht es nicht viel anders aus. Hätte ich Familie, was sollte ich sonst machen, als eine der vorhandenen Stellen zu nehmen?

      Antwort

      • Christian - Alles Evolution
        Apr 07, 2011 @ 10:21:09

        „Das ist ein Zusammenhang, natürlich. Aber keine Kausalität im Sinne von „Ich will was vom Kind haben und arbeite darum Teilzeit“.“

        Es ist kein Nachweis, aber die Fakten deuten meiner Meinung nach in diese Richtung.
        Was ist denn deine Meinung: Sind Frauen eher bereit auszusetzen als Männer?

        „Hier spielt die Struktur mit rein, dass eine höhere Dichte an qualitativer flexibler Betreuungsmöglichkeit eine Erwerbstätigkeit auch in vollem Maße ermöglicht. Hinweise darauf finden sich gerade im Vergleich alter und neuer Bundesländer.“

        Ja, ich bin deswegen auch für einen Ausbau der Betreuungsplätze. Aber selbst mit diesen wird sich denke ich keine vollständige Angleichung ergeben. Es spielen andere Faktoren da mit hinein. Neben stärkerer Anfälligkeit für das Kindchenschema, höherer Empathie, anderen Lebensprioritäten etc (alles natürlich nur im Schnitt, nicht auf die einzelne Frau bezogen) spielt auch das Angebot der Betreuungsplätze und die Akzeptanz eines langen Aussetzens bzw. der Gedanke des „Rabenmuttertums“ eine Frage.
        Interessant finde ich dabei Hakims Studie. Sie legt dar, dass nach ihrer Ermittlung etwa 20% der Frauen auf Karriere ausgerichtet sind, dann folgt ein großer Teil, der einen Kompromiss zwischen Karriere und Familie machen möchte und dann ein gewisser Teil, dem Familie das wichtigste ist. Sie ist in Susan Pinker, das Geschlechterparadox, zitiert, die Studie müßte aber auch im Netz sein.

        „Inwiefern bei diesen Gruppen [die aus familiären Gründen Teilzeit arbeiten, Anm.] Teilzeitarbeit freiwillig ausgeübt wird, kann nicht abschließend geklärt werden. Es ist davon auszugehen, dass Veränderungen bei Angeboten für Kinderbetreuung und Pflege die Wünsche nach Vollzeit- oder Teilzeitarbeit beeinflussen.“

        Die Unterschiede zwischen Mann und Frau machen aber auch deutlich, wer eher bereit ist den Kompromiss zwischen Familie und Karriere zu machen, solange die Kinderbetreuung nicht ausgelagert werden kann.
        Es wäre auch bei unseren biologischen Grundlagen als Säugetier, was ja alleine bereits eine gewisse Betreuung durch die Mutter erzwingt, erstaunlich, wenn es anders herum wäre. Auch die „Software“ passt sich ja im Laufe der Evolution der ausgeübten Tätigkeit an.
        Statistisches Bundesamt: Qualität der Arbeit, Seite 33

        Dann ist bei dem Anteil der Teilzeitarbeitenden, gerade bei denen mit Familie, das Angebot in der räumlichen Umgebung zu berücksichtigen, da diese weniger flexibel ihren Wohnort bestimmen können.
        Hier im Raum Wien ist es z.B. so, dass es für SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen vorwiegend nur Teilzeitstellen (30-80%) gibt. Und in den anderen Sozialbereichen sieht es nicht viel anders aus. Hätte ich Familie, was sollte ich sonst machen, als eine der vorhandenen Stellen zu nehmen?

    • lucia
      Apr 07, 2011 @ 07:03:00

      Im übrigen: Selbst in Matriarchaten übernehmen die Frauen lieber die Kinderbetreuung.

      @christian:

      Wenn mann keine Ahnung vom Matriarchat hat, dann sollte sich mann, bevor mann Mist schreibt, vorher schlaumachen.

      Matrilineare Kulturen kennen weder den Begriff „Vater“ noch „Ehe“.
      Sehr wohl aber „sozialer Vater“ sowie eine sogenannte Besucherehe.

      Soziale Väter sind die Brüder der in einem Klan zusammenlebenden Schwestern bzw. den Töchtern der Klan-Mutter, die den Klan zum Wohle aller leitet. Folglich werden die Kinder nicht NUR von Frauen betreut.

      Antwort

      • Khaos.Kind
        Apr 07, 2011 @ 08:57:27

        @Lucia
        *seufz*
        Du weißt, ich mag dich. Was ich nicht mag, ist, in Posts/Kommentaren rumeditieren zu müssen.
        Beleidigungen find ich nicht gut und nicht zielführend. Wenn du dich über Christian auslassen willst und sein Blog und seine Kommentatoren – du hast eigene Blogs oder kannst ihm ne Mail schreiben. Oder du ignorierst ihn.

        Ich verweise auf die Regeln und die Streitkultur.

      • Christian - Alles Evolution
        Apr 07, 2011 @ 10:24:33

        @Lucia

        „Matrilineare Kulturen kennen weder den Begriff „Vater“ noch „Ehe“.
        Sehr wohl aber „sozialer Vater“ sowie eine sogenannte Besucherehe. Soziale Väter sind die Brüder der in einem Klan zusammenlebenden Schwestern bzw. den Töchtern der Klan-Mutter, die den Klan zum Wohle aller leitet. Folglich werden die Kinder nicht NUR von Frauen betreut.“

        Ob sie Vater oder Ehe kennen ist ja realtiv egal: Wer übernimmt den Großteil der Kinderbetreuung, gerade in dem ersten Jahr? Das ist die entscheidende Frage. Und das sind meines Wissens nach die Frauen des Clans. Die Brüder und der „Besuchsehemann“ sind ja auch dort eher für klassische Versorgungsleistungen und nicht die tatsächliche Arbeit an den Kindern zuständig, wenn ich es richtig gelesen habe.

  11. lucia
    Apr 07, 2011 @ 07:11:05

    Anmerkung:
    Die Brüder leben natürlich wie ihre Schwestern auch, in dem Klan der Mutter.

    Antwort

  12. lucia
    Apr 07, 2011 @ 11:18:55

    @Khaos.Kind:

    Wenn es für dich beleidigend war, und das war es wohl, dann kann ich mich nur damit abfinden. Widerspruch wäre ja auch sinnlos, weil deine Machtposition hier unangreifbar ist. Aber okay, es ist, wie es ist. 😉
    Aber außer ignorieren kommt für mich nichts in Frage.

    Apropos Macht.
    Der Mächtige schafft m.E. keine wirklichen Privilegien für andere, sondern kaschiert damit nur deren Abhängigkeiten von seiner Willkür. Und das spielt auch bei der Definition Privileg eine gewichtige Rolle und das habe ich auch u.a. im Privileg Artikel vermisst.
    Aber Lucia, reiß dich zusammen, das gehört ja nicht hierher. 😉

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Apr 07, 2011 @ 12:22:41

      @Lucia
      Naja, Beleidigung ist ein wenig Auslegungssache. Deine Äußerung fiel mehr in die Kategorie, dass die Anmerkung am falschen Platz war (eben hier und nicht bei Christian) und ein starkes „ich nehme dich nicht ernst, weil du xy bist“ beinhaltete. Das spricht ja eben nicht für eine Auseinandersetzung, wie ich sie hier möchte. Widerspruch ist übrigens nicht immer sinnlos. Bei manchen Äußerungen bin ich mir ja auch nicht ganz sicher, worunter sie fallen und dann frag ich in der Regel nochmal nach oder speichere die Äußerung nochmal an anderer Stelle. Es ist mir wichtig, meine Kriterien deutlich zu machen.

      Der Machtaspekt ist ein interessanter, den ich wirklich nicht im anderen Beitrag berücksichtigt habe. Freu mich auf deine Anmerkungen dann dort in den Kommentaren, vielleicht kommen wir ja irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner 🙂

      Antwort

  13. shuizid
    Apr 11, 2011 @ 11:13:20

    Nur um meine Vermutung ein zu werfen, Arbeit wird bezahlt nach dem Kompromiss, welcher sich findet zwischen Arbeitgeber/in und dem, was diese/r bereit ist zu zahlen sowie Arbeitnehmer/in und dem, was er/sie bereit ist zu fordern.
    Dabei können viele Aspekte aus der Erziehung heraus mitspielen, gerade weil das stereotype Bild des Mannes stark, autoritär und einnehmend ist. Solche Männer sind natürlich auch bereit in Verhandlung stur zu bleiben oder gar alleine durch ihr bloßes Auftreten bereits für Chef als verhandlungsstärker zu wirken. Damit werden ihnen vielleicht sogar unbewusst bereits bessere Angebote gemacht, als Frauen, eben weil ein durch trainierter Mann wie aus Film und Fernsehen einen ganz anderen Eindruck macht, als das vermeintlich „schwache“ Geschlecht. Wenn dann noch bekannte Komiker dazu kommen, alle bekannten und unbekannten Vorurteile rauf und runter zu rasseln, damit auch das Bild der Frau in der Öffentlichkeit vollkommen unmöglich eine signifikante Besserung erhält (eben wegen des Bekanntheitsgrades), spielt dort ebenso mit rein, wie natürlich jegliche Rollenbilder aus Sitcoms und andern Serien.
    In einer Gesellschaft, mit einem so stark vor geprägten Frauenbild, ist es für eine Frau natürlich auch wesentlich schwieriger, in der konkreten Verhandlungssituation, eine bessere Figur zu machen, als ein heterosexueller Mann, der mit Ausnahme einiger Nerds, beinahe überall durchweg erfolgreich, halbwegs klug und autoritär daher kommt.
    Ein gesellschaftlicher Nutzen indes hat wenig Einfluss auf die Verhandlung, denn in dem meisten Fällen zahlt die Gesellschaft ja nicht selbst. Das Geld kommt über sehr komplexe Wege dort an und der Chef muss sich entscheiden, wie viel Geld das Gegenüber ihm bringt, im Vergleich zu dem, was das Gegenüber fordert. Dass Banker dabei gut weg kommen, liegt daran, dass sie gewaltige Geldbeträge umher schieben und dabei eine gewaltige Menge imaginären Geldes machen. Wegen der Komplexität dieser Geschäfte, ist man zudem nicht gewillt, diese Kräfte zu verlieren (die haben wenigstens so etwas Ähnliches wie „Überblick“). Wie viel Geld tatsächlich jemand hat, das zeigte erst die jüngste Krise, weiß dabei eigentlich niemand so genau. Aber was genau dort passiert, spielt eben für die Bezahlung eigentlich gar keine Rolle, relevant ist nur, das Geld, das am Ende raus kommt und wie die Person in der Verhandlung auftritt.
    man könnte sagen, Frauen fehlt bereits ein wesentlicher Faktor in der Verhandlung, lange bevor sie den Raum betreten. Es mangelt an der gesamtmedialen Werbung, um sich und die eigene Arbeitskraft besser verkaufen zu können. Männer sind, so lehren es die Medien, quasi per se erfolgreich, während Frauen sowieso kaum arbeiten und bestenfalls mit Attraktivität glänzen… Und so weiter, und so fort. man kennt ja zur Genüge unzählige Witze, Redensarten, Wendungen, Vorurteile… Und die alle sitzen gemütlich und faul im Sessel der mentalen Flimmerkiste, schauen bei der Vorstellung zu und geben unqualifizierte Kommentare ab. Dagegen muss Frau sich durchsetzen, während Mann das Publikum viel leichter auf seine Seite ziehen kann. Und ist Chef erstmal vom Gegenüber eingenommen, dann wird auch gerne ein bisschen mehr gezahlt.

    Antwort

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