Die Illusion der gleichen Hausarbeitsverteilung: Ein Update

Es ist jetzt etwa 1,5 Jahre her und einer der meistgesuchtesten Begriffe in diesem Blog: Ein Putz- bzw. Haushaltsplan für Paare und WGs.
Nachdem erneut ein Bericht über die Fiktion der Gleichheit durch die Welt floss, dass selbst die (hetero)Paare, die viel Wert auf Gleichberechtigung in der Beziehung legen, es mit der Haushaltsaufteilung nicht wirklich hinbekommen – es aber dafür halten – erzähl ich mal was über meinen aktuellen Stand.
Derselbe Mensch an meiner Seite, wie damals. Seit Juni eine größere Wohnung. Noch keine Kinder. Noch keine Haustiere. Mittlerweile beide in der Abschlussphase des Masterstudiums und berufstätig.

Der bisherige Plan hat sich als praktikabel erwiesen. Die Aufteilung der Dienste nach Zeitfaktor und zweiwöchentlichem Wechsel ist großteils machbar. Gewechselt wird natürlich nur, wenn die jeweiligen Aufgaben auch gemacht wurden. Wer Pech hat bzw. seine/ihre Aufgaben nicht gemacht hat, muss eine Weile alle Dienste machen und die jeweils andere Person schiebt eine ruhige Kugel. Oder so.

Und ja, jetzt mit der neuen Situation wird es eben wieder anstrengend und kleinlich. Wir saßen zusammen und haben unsere Sauberkeitsansprüche diskutiert. Ob und wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben. Und bei manchen Punkten neue Kompromisse geschlossen. Unser alter Plan war nicht einfach übertragbar, weil wir jetzt ein Zimmer und einen Balkon mehr als vorher haben und die Müllauftrennung ist jetzt auch etwas anders. Wir haben z.B. keinen Biomüll mehr direkt beim Haus, sondern ein Stück weiter weg. Es sind Kleinigkeiten wie diese, die dazu führten, dass wir unseren Haushaltsplan jetzt neu aufsetzen.

Zu gern würde ich an dieser Stelle eine Blaupause für einen Haushaltsplan einfügen. Ich gehe aber davon aus, dass Sauberkeitsansprüche und Rahmenbedingungen für jede Haushaltsgemeinschaft anders sind. Und soweit ist unser Plan jetzt auch nicht verallgemeinerbar. Ich beschreibe „nur“, wie wir es machen.

Also:
Wir sind quasi jedes Zimmer der Wohnung durchgegangen und haben besprochen, wie unsere Ansprüche sind. Wie oft wollen wir den Boden saugen/wischen. Wie oft sollen die Handtücher im Bad gewechselt werden. Wird der Teppich im Wohnzimmer jede Woche oder alle zwei Wochen (oder seltener) gesaugt? Zählt das Abwischen des Esstisches zum Küchendienst, selbst wenn der im Wohnzimmer steht oder gehört das zum Oberflächen-Staubwisch-Dienst des Wohnzimmers? Genau. All diese Kleinigkeiten haben wir besprochen und in einer Excel-Tabelle fest gehalten.
Und seit dem letzten offiziellen Dienstwechsel machen wir unsere erst einmal willkürlich verteilten Dienste quasi mit der Stoppuhr. Wir messen, wie lange wir etwa für eine Tätigkeit brauchen, tragen das in unsere Tabelle ein und Ende dieser Woche setzen wir uns wieder zusammen und besprechen die bis dahin entstandenen Daten. Welche Dienste/Zimmer können wir zusammen legen? Braucht es wirklich einen Dienst „Wohnzimmer“ oder fällt das alles unter „Oberflächen sauber halten“. Wie es sich zeitlich eben anbietet. Und dann wird endgültig aufgeteilt, damit beide wieder etwa gleich viele Stunden Haushaltstätigkeit pro Woche haben.

Was sich bewährt hat und gleich bleiben wird:
Jede Person sucht zwei Gerichte aus, für die sie die „Hauptverantwortung“ trägt beim Kochen. Die jeweils andere Person unterstützt beim Kochen durch Zuarbeiten wie Schnippeln.
Was eingekauft werden muss, wird von der Person, der es als erstes auffällt auf einer Tafelfolie festgehalten, die am Kühlschrank klebt. Eingekauft wird gemeinsam.

Selbstverständlich sind solche Haushaltspläne nur Hilfsmittel und garantieren nichts. Wenn eine Person mal mehr zu tun hat mit Studium und Arbeit, dann übernimmt die andere auch mal mehr an Hausarbeit. Oder manchmal mache zumindest ich etwas mehr, weil ich hin und wieder durch Putzen und Aufräumen und Sortieren anderes prokrastiniere. Und muss mich dann zurück halten, dass ich nicht Sachen mache, die nicht in meine Zuständigkeit fallen.

Wichtig
Auch Haushalts- und Putzpläne garantieren keine absolut gleiche Verteilung. Aber sie geben Orientierung und gerade, wenn mit Zeitstunden gemessen wird, gibt’s eine handfeste Grundlage zum darüber reden und aushandeln. Und wenn bei der Zeiterfassung eine ungleiche Verteilung rauskommt? Tja, sofern alle Beteiligten damit zufrieden sind, ist (nach wie vor) nicht dagegen einzuwenden. Dann wissen alle immerhin, dass sie nicht gleich viel tun.

Pro-Tipp: Für vieles, was ich mache, hole ich mir von meinem Partner Bestätigung. Oder er sich von mir. Wir weisen uns gegenseitig auf unsere Haushaltsleistungen hin. Und loben einander selbst für Kleinigkeiten. Weil es eben keine Selbstverständlichkeit ist.

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18 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Eva Blond (@communeva)
    Aug 14, 2012 @ 10:30:59

    ich schreib mal hier, da ist mehr platz…
    wir sind zu hause vier maenner und ich. die jungs sind alle totale cis-maenner, die sich aus historischen gruenden mehr oder weniger fuer feministen halten, das aber nicht sind (ein bisschen wie nicht-praktizierende christen oder so ;), was sich z.b. in den wg-gespraechen zeigt, wo gerne mit sehr viel polemik und rheorischen kraeftemesse argumentiert wird und das gespraech oft systmatisch die partnerinnen ausschliesst. im zweifelsfall werde ich schon mal als spiessig bezeichnet, weil ich keine lust habe, dass ich die einzige bin, die hinterher auch wieder aufraeumt, wenn sie gekocht hat.
    man merkt schon, dass ich in der frage einige veraergerung angestaut habe, die ausgangslage ist halt auch recht kompliziert. mein momentaner ansatz ist daher, mit respekt und positiv gestaltetem gemeinsamem leben zu argumentieren. das klappt aber auch wenig und laeuft darauf, immer erinnern zu muessen. ich lobe oder solidarisiere mich daher schon, wenn einer auch artikuliert, dass es ihm so nicht gefaellt. sonst waere ich auch echt einsam da.
    werde aber mal versuchen, deinen ansatz umzusetzen und mit allen von grund auf sauberkeitsbeduerfnisse zu besprechen. das gefaellt mir echt gut. es koennte auch schwierig werden, weil es da bei allen einige frustration und empfindlichkeiten aus frueherer handhabung gibt. aber ich habe hoffnung, dass so eine demokratische herangehensweise in kombination mit dem wunsch nach dauerhaftem gemeinsamem leben zumindest viel potential hat.
    so. nun hab ich ein bisschen viel geschrieben. danke fuer deine anstoesse jedenfalls. falls dir noch was dazu einfaellt, freue ich mich auch 🙂

    Antwort

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  5. Julia Aurelie
    Aug 22, 2012 @ 14:15:46

    Wirklich ein interessanter Ansatz 🙂

    Ich hoffe, ich darf dich etwas dazu fragen? Wenn du schreibst:

    „Wir saßen zusammen und haben unsere Sauberkeitsansprüche diskutiert. Ob und wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben. Und bei manchen Punkten neue Kompromisse geschlossen.“

    Wie gehst du mit Punkten um, an denen man überhaupt nicht zusammen kommt? Unterschiedliche Sauberkeitsansprüche resultieren m.M.n. oft aus unterschiedlichen Elternhäusern. So wie meine Eltern mir bestimmte Dinge vorgelebt haben, übernehme ich sie (postpubertär) in meinen eignen Haushalt. Ich gebe mal ein Beispiel: A ist der Meinung, die Fenster müssten alle zwei Wochen geputzt werden. Für B reicht das 1 x pro Jahr. Für A wäre es kaum aushaltbaltbar, durch Fenster zu schauen, die 3 Wochen nicht geputzt wurden. Und jetzt steht oft der Vorwurf „pingelig“ im Raum 🙂 Wie regelst du/ihr das? Vor allem gefühlsmäßig? Ich habe bisher keine Lösung dafür gefunden und habe oft nach folgener Prämisse gehandelt: Saubere Fenster sind mein „Privat-Vergnügen“, d.h. ich bin dafür verantwortlich (zusätzlich zu den restlichen 50 % der Hausarbeit). Variante davon: Den Partner irgendwie zum Fenster putzen zu bewegen, was aber oft in Diskussion über jene „Pingeligkeit“ ausartet.
    Ich freue mich, wenn du mir antwortest 🙂
    Liebe Grüße

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Aug 22, 2012 @ 16:33:05

      @Julia Arelie
      Punkte, bei denen menschen überhaupt nicht zusammen kommen, heißen bei mir „nur“, dass die aktuelle Lösung wohl nicht die richtige für den aktuellen Haushalt zu sein scheint.

      In deinem Fensterputz-Fall würde ich wohl fragen, was genau es ist, dass eine Person so sehr schätzt. Und was die andere davon abhält. Ist es der Aufwand, der mit dem Putzen verbunden ist? Weil unterschiedliche Ansprüche an Sauberkeit sind zwar zu berücksichtigen aber nicht unbedingt ausschlaggebend für die letztendliche Regelung. Darum finde ich es auch irgendwie ungut, dass du die Fenster als „privat“ ansiehst. Das ist doch das, was in der oben verlinkten Untersuchung deutlich wurde. Dass unterschiedliche Ansprüche an Sauberkeit „privatisiert“ werden und dann doch wieder sehr vergeschlechtlicht verteilt.

      Wäre das mit den Fenstern bei uns so, dann würde ich auf der Basis unseres Haushaltsplans folgende Möglichkeiten sehen. Wahrscheinlich ist wohl eine Kombination aus allen dreien:
      – Die Beteiligten treffen sich irgendwo in der Mitte, etwa bei alle 3 Wochen oder einmal im Monat Fenster putzen. Dann muss eine*r eben mit der Sauberkeit ein paar Augen zudrücken und die/die/das andere etwas öfter putzen.
      – Die Beteiligten besprechen ihren Anspruch an Arbeit. Geht es darum, einmal alle paar Wochen mit nem feuchten Mikrofasertuch über die Scheiben zu wischen (meine bevorzugte Variante weil schnell, streifenfrei und umweltfreundlich) oder geht es um das ganze Programm mit feuchtem Tuch, Reiniger, Glasreiniger und/oder Zeitungspapier die Scheiben und dazu noch die Rahmen und alle Spalten. Und dazu vielleicht noch die Vorhänge und Gardinen waschen 😉 Das wäre z.B. sogar mir zuviel aber wer es mag.
      – Es gibt einfach fixe „Dienste“. Wenn eine Person gerne öfter putzen will und der andere Mensch gar nicht, dann hat eben eine*r fix die Fenster und dafür die andere Person einen fixen Dienst der ähnlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Wichtig ist, dass Fenster putzen nicht als „Extra“ gilt, sondern eine Tätigkeit ist, die in die Halbe-Halbe-Regelung mit reingehört.

      Die Kunst an einem gemeinsamen Haushalt ist in meinen Augen, die Sozialisation aus dem Herkunftshaushalt aller Beteiligten zu reflektieren und daraus einen neuen, gemeinsamen Haushaltsanspruch zu bauen. Es sollen sich alle Beteiligten in dieser Wohnung wohl fühlen. Das ist das Ziel.
      Eine gleich verteilte Haushaltsarbeit ist nur ein möglicher Weg dahin 🙂

      Antwort

  6. Eva Blond (@communeva)
    Aug 22, 2012 @ 15:25:15

    Hallo Julia Aurelie,

    ich glaube, diese Zuschreibungen wie pingelig (oder auch faul, unordentlich, …) helfen überhaupt niemandem weiter, sondern sind nur dazu da, Druck auszuüben und von den dahinter liegenden Gründen abzulenken.
    Du hast bestimmte Ansichten und Bedürfnisse, dein Partner fühlt sich davon aber offenbar angegriffen, unter Druck gesetzt o.ä. Vielleicht geht es eigentlich um was anderes? Allgemein um Machtstrukturen innerhalb der Beziehung? Was geht dir denn durch den Kopf, wenn du das ungeputzte Fenster siehst?
    Das ist jetzt nur geraten, aber grundsätzlich hilft es ja eigentlich immer, sich darüber auseinander zu setzen. Auf respektvolle Art, ohne solche Zuschreibungen.

    lg

    Antwort

    • Julia Aurelie
      Aug 22, 2012 @ 15:49:38

      Eva,

      welche Gründe könnten denn deiner Meinung nach dahinter liegen? Bzw. welche Machtstrukturen?
      Beziehung bedeutet für mich, dass man öfters unterschiedliche Ansichten und Bedürfnisse hat. Ebendiese gilt es durch Kompromisse und Auseinandersetzungen zu lösen. Oder in manchen Fällen nicht zu lösen. Und genau darauf zielte auch meine Frage ab. (Wie eben in diesem speziellen Fall damit umgegangen wird.)
      Ob „pingelig“ (nebenbei: von „faul“ habe ich nicht gesprochen) eine Zuschreibung ist, die beziehungsinterne Machtstrukturen zementiert, oder nicht, darüber könnte man wohl lange diskutieren 🙂
      Was mir durch den Kopf geht, wenn ich das Fenster sehe? „Mh, schmutzig. Das bedeutet wieder abendfüllende Beschäftigung.“

      Antwort

  7. Eva Blond (@communeva)
    Aug 22, 2012 @ 16:21:16

    Hallo,
    ich wollte dir gar nichts unterstellen, Klar lassen sich manche Bedürfnisse einfach nicht unter einen Hut bekommen. Grundsätzlich sollte es aber doch im beider- (bzw. mehr-)seitigem Interesse sein, dass sich alle Personen, die miteinander leben, mit dem gemeinsamen Leben auch wohl fühlen.
    Deine Schilderung hat mich an Diskussionen erinnert, die ich aus verschiedenen Zusammenhängen kenne, in denen ich selbst oder andere beteiligt waren. Dabei war es oft so, dass solche Zuschreibungen wie pingelig, spießig etc. auch einen Gegenvorwurf hatten, der entweder ausgesprochen, oder impliziert wurde, wie faul, unverantwortlich, … und das von beiden Seiten, oder hin und wieder auch nur von einer Seite, als Machtmittel genutzt wurde, um die eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Das ist dann eben schon keine respektvolle Diskussion mehr und daher ist es in so einem Fall meistens sinnvoll auch zu thematisieren, wie man eigentlich solche Konflikte löst, wer sich wie dabei fühlt und was tut.
    Soweit das Allgemeine, auf deinen Eintrag bezogen dachte ich daher: Es geht vermutlich nicht nur um die Fenster, sondern was ihr beide damit jeweils für Vorstellung von euch selbst bzw. Partner_in und auch der Beziehung verbindet, was die jeweilige Kritik in euch auslöst. Und deswegen wäre es vielleicht hilfreich, das neben dem konkreteren Thema der Haushaltspflichten auch zu thematisieren. Mehr wollte ich gar nicht sagen.
    Mich legt der Spießigkeitsvorwurf ja auch regelmäßig lahm, und dann muss ich eben darüber reden, was das mit mir macht und dass ich mir das anders wünsche.
    lg

    Antwort

  8. Trackback: Die Hausfrauen*falle… uuargh! | Notiz an mich selbst.
  9. Trackback: Feministischer Beziehungsalltag « Die chaotische Welt der Geschlechter
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  11. erzaehlmirnix
    Mrz 16, 2013 @ 18:08:06

    Wie regelt ihr es, wenn einer außerplanmäßig etwas dreckig macht wofür der andere zuständig ist? Also wenn Person A den Frühstückstisch wischen muss aber Person B an dem Tag die Marmelade verschmiert hat und das reinigen dann länger dauert?
    Und was ist mit Krankheit? Wie krank muss jemand sein um von seiner Pflicht befreit zu sein? Reicht eine einfache Erkältung um nicht saugen zu müssen oder muss eine ausgewachsene Grippe her? Zählt das Wort des Partners oder muss nach x Tagen ein arzt aufgesucht werden?
    Wird die Hausarbeit nach der Krankheit nachgeholt?
    Was wenn Gäste da sind und Schmutz verursachen?
    Wie werden außerplanmäßige Arbeiten die spontan anfallen verrechnet?

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Mrz 24, 2013 @ 15:05:16

      @erzaehlmirnix
      Sehr amüsante Fragen 😀

      Nein, mal im Ernst. Das ist ne Beziehung, keine Putzfirma.
      Außerplanmäßig anfallende Sachen werden individuell besprochen und gelöst und nicht „verrechnet“. Gäste sollen sich wie Zuhause fühlen, außer bei dem Part mit dem Putzen. Die meisten helfen trotzdem freiwillig mit.

      Antwort

      • erzaehlmirnix
        Mrz 24, 2013 @ 16:00:11

        Die waren natürlich überspitzt 😀 Ich glaube, für mich wäre das so nicht praktikabel, was einerseits an meiner Persönlichkeit liegt, da ich lieber spontan putze und es mich stressen würde, wenn ich weiß, ich „muss“ jetzt saugen. Andererseits geht es in einer Beziehung ja nicht nur um Hausarbeit und es käme mir unfair vor, da exakte Arbeitsteilung zu betreiben und in anderen Bereichen nicht. Wenn man es konsequent durchdenkt müsste man dann ja auch die anderen Dinge regeln. Wer hört dem anderen mehr zu, wer denkt an Geburtstage, wer krault dem anderen öfter den Kopf, etc.
        Ich finde es schon wichtig immer wieder mal innezuhalten und abzuchecken ob noch alle Beteiligten das Gefühl haben, dass das Geben und Nehmen ausgewogen ist oder ob sich irgendwo Unzufriedenheit bildet. Aber ich denke, das ist auch andererseits etwas, das man nicht „objektiv messen“ kann, da jeder andere Voraussetzungen mitbringt. Wenn es mir z.b. nicht gut geht hilft es mir, die Wohnung aufzuräumen und sauberzumachen, dann mache ich das richtig gerne. Sonst nicht so. Andererseits koche ich grundsätzlich gern, aber wenn ich schlecht drauf bin lasse ich mich lieber bekochen. Das läuft dann eher spontan^^

        Also das soll jetzt kein Genörgel an dem Artikel sein, da ichs an sich sehr interessant finde wie das andere Paare händeln. Mich würde aber echt interessieren, wie es mit der sonstigen Ausgewogenheit läuft, also ob das intuitiv geht oder ob ihr da auch „Regeln“ habt…?

      • Khaos.Kind
        Mrz 25, 2013 @ 21:52:30

        @erzaehlmirnix
        Meinst du mit dem „sonstigen“ sowas wie bei deinen Beispielen? Oder was anderes?

        Wie aus den Artikeln zu meiner Beziehung sicher rauszulesen ist, legen wir allgemein viel Wert auf Miteinander sprechen und ein paar organisatorische Kniffe. Dort alles halbe-halbe durchzustrukturieren bringt imho aber wenig. Nehmen wir das mit dem Zuhören. Es gibt Menschen, die bringen ihre Gedanken in ein paar Sätzen auf den Punkt, andere holen mehr aus. Das zeitlich abmessen zu wollen, würde nur bedingt was bringen. Solange beide dazu kommen, ihre Sorgen und Gedanken in dem von ihnen gewünschten Ausmaß zu teilen und von der anderen Person geschätzt zu werden, reicht das.
        In dem Post zum feministischen Beziehungsalltag erwähne ich eine Form des strukturierten Gesprächs, das wir gerade kurz nach unserem Zusammenziehen sehr regelmäßig gemacht haben. Das half uns, unausgesprochenen Erwartungen Raum zu geben und war eine gute Übung z.B. darin, Sachen direkt anzusprechen, die uns freuen oder nerven.
        Das mit den Geburtstagen erledigt ein gemeinsamer Kalender. Und äh… keine Ahnung. Welche Bereiche meinst du denn noch so?

  12. Sabine
    Mrz 18, 2013 @ 15:50:50

    Ich find die Idee und das Vorgehen super. Ich frage mich nur: Was ist, wenn einer die Wohnung mehr bewohnt als der andere? Konkret: Einer ist nur am Wochenende da, der andere unter der Woche die ganze Zeit. Beide sind voll berufstätig, der in der Wohnung Wohnende im Home Office. Wie könnte da eine gute Lösung aussehen, die berücksichtigt, dass der am Wochenende nach Hause Kommende eine schöne, saubere Wohnung haben will, gleichzeitig aber der im Home Office arbeitende zwar zu Hause ist, dort aber genauso viel Stress hat und deshalb abends oft keinen Nerv mehr zum Saubermachen?!? Beschäftigt mich als Home Officerin sehr.
    LG
    Sabine

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Mrz 24, 2013 @ 15:14:01

      @Sabine
      Das kommt auf das jeweilige Paar an und ich kann nur mutmaßen. Ich würde an dem Plan nicht viel ändern. Wenn beide voll berufstätig sind, heißt das schließlich nicht, dass die Person, die im Haus arbeitet, mehr Zeit zum Putzen hätte.
      Die Aufteilung der unterschiedlichen Dienste könnte in solchen Fällen variieren. z.B. dass die Person, die ständig Zuhause ist, Sachen macht, die sie im eigenen Alltag mehr braucht. Abwaschen und Herd putzen, etwa.
      Oder beide nehmen sich am Wochenende ein paar Stunden und putzen.

      Das mehr oder weniger bewohnen finde ich jetzt nicht wirklich ausschlaggebend. Wer es schön haben will, muss halt auch was dafür tun.

      Antwort

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