Hängen geblieben, die Links der KW 44/12

Nach einer kleinen Pause nun endlich wieder mehr oder weniger kommentierte Link-Empfehlungen.

wissen/schafft/geschlecht
Eine neue Studie zeigt, dass sowohl männliche wie auch weibliche Wissenschafter*innen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts als Ursache sehen, warum Frauen* so wenig in den “harten Wissenschaften” vertreten sind (english)
Gender Discrimination a Reason Why Females Choose Careers Outside the Hard Sciences
via Twitter: Ingrid Brodnig

Zweisprachige scheinen mit dem Sprachwechsel auch Geschlechtervorstellungen zu wechseln, legt zumindest eine neue Studie nahe
via Twitter: Lukas Martini und Acid, Spraw Scholar

Feminismus
Steinmädchen schrieb über ihre ersten netzfeministischen Schritte und wie wertvoll die Mädchenmannschaft für sie ist

Antje Schrupp schrieb ein paar Gedanken dazu auf, was Netzfeminismus sein könnte
Ich finde diese Gedankengänge überaus spannend und werde sie beim nächsten Netzfeministischen Bier Wien mal ansprechen. Ich finde mich darin wieder (Variante 1) und bin gespannt, was die anderen dazu sagen würden und ob sie die Unterteilung für gerechtfertigt/sinnvoll halten.

Vielfalt
Die Sugarbox beschäftigte sich mit einem interessanten Literaturgenre der 50er/60er Jahre in den USA – Dem „Lesbian Pulp Fiction“

Anti/Rassismus
Ein schönes Interview in der Frankfurter Rundschau mit Tahir Della über Racial Profiling und wie schwarze Menschen öffentlich bloßgestellt werden
via Twitter Nadia RoyalTenenbaum

Partei/Netz/Politik
Russland
Russland plant bzw. startet Online-Totalüberwachung.
Was ist jetzt schlimmer, die Überwachung, die hauptsächlich zu Lasten Oppositioneller und putinkritischer Menschen gehen wird oder dass es im deutschsprachigen Raum eher unter geht? Mir ist klar, dass das politisch eine überaus schwierige Sache ist und in wie weit Menschen hier an dem System woanders viel machen können, ist auch überaus fraglich aber ein bisschen Empörung wäre schon angebracht, nicht? Was, wenn sich das dort bewährt und der deutsche Innenminister Friedrich oder österreichische rechte Trottel sich das dann zum Vorbild nehmen?
Via Twitter Leonie Löwenherz

Deutschland/Österreich
Ach ja. Unrechtssysteme sind nicht so weit weg, wie manche glauben wollen. In Berlin und Frankfurt am Main protestieren derzeit Flüchtlinge gegen unfassbare Zustände und Gesetze. Mehr Infos dazu findet ihr hier. Das ist übrigens nicht der Anfang, sondern nur eine Aktion von vielen, bereits seit Monaten liefen sie viele hunderte Kilometer durch ganz Deutschland. Ein besonderer Akt, denn Flüchtlinge unterliegen in Deutschland der sogenannten Residenzpflicht, also der Bindung an einen Landkreis. Furchtbar schwachsinniges Gesetz!
Und Österreich ist nicht besser. Erst vor wenigen Wochen ging ein Skandal durch Österreich, als eine Leiterin eines Asylbewerberheims sich jahrelang an ihnen bereichert hat. Die Unterkunft verfallen, keine Dolmetscher*innen, Überbelegung, Sanitäranlagen die untragbar waren, unabhängige Kontrolle wurde unterbunden. Die Zuständigen Politiker*innen reagierten mit heuchlerischen Worten und sperrten die „Sonderanstalt“ erst nach massiven medialen Protesten zu. Was übrigens nicht heißt, dass seitdem Ruhe ist.
In Deutschland ist dass nicht viel anders. Medien sind was Unrechtssysteme von gesellschaftlich marginalisierten Gruppen angeht, ja langsamer als es in Zeiten des Internets vermutet wird. Erst die Empörung und der unablässige Aktivismus vor Ort und die Vernetzung über Twitter erreichten, dass Medien überhaupt berichteten. Die Polizei reagierte äußerst unzulässig, indem sie den Protestierenden Decken, warme Kleidung, Unterlagen, Regenschutz abnahm, sie am Sitzen und Schlafen hinderte und die solidarische Versorgung mit Getränken teilweise verhinderte. Erst ein Verwaltungsgericht musste klären, dass die Menschenrechte und somit das Versammlungs- und Demonstrationsrecht für ALLE gilt. Und was machen zuständige Politiker*innen? Nichts. Wenig. Schale Worte von wegen, dass die Potestierenden straffrei bleiben sollen dürfen. Was erwartet die Polizist*innen, die die Menschenrechte mit Füßen getreten haben? Verwarnungen? Wenn überhaupt? Und jede Woche lese ich von Anschlägen auf Asylbewerber*innenheime. Die Skandalnachrichten um die Verknüpfung von Polizei, Verfassungsschutz und NSU reißen nicht ab…
Es darf doch einfach nicht wahr sein!

Mal eine bessere Nachricht: Die Extremismusklausel, für die die deutsche Bundesministerin Schröder (mit)verantwortlich ist, wurde für illegal erklärt
via Twitter Julia

Zum Abschluss ein bisschen geteiltes Glück von Pfefferminz, mit der ich bis auf die noch zu schreibende Arbeit gern tauschen würde

Blogentdeckungen der Woche
http://afrika.himpenmacher.de/
http://muetterohnerechte.noblogs.org/

Termine
Linz
Feminismus für Alle: Vortragsreihe im November in Linz
Oh wie gern würde ich hingehen. Aber Zeit und Geld und ach…

Am 9. November gibt’s im Autonomen Zentrum Linz einen Vortrag zu Netzfeminismus mit Aktivistinnen/Bloggerinnen der Mädchenmannschaft
Eh gut, dass nicht alles in Wien ist aber wieder fehlt es an Zeit und Geld. Gemein!

Wien
Am nächsten Sonntag, dem 11. November gibt es einen antifaschistischen Stadtrundgang in Wieden und Margareten

Vorankündigung, Anfang Dezember gibt es einen Poetry Slam mit dem Thema „Frauen-Reacht auf gewaltfreies Leben“. Texte können bis zum 4.12. eingerecht werden. Mit dabei: Mieze Medusa

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