Alltag einer Workaholic – Der chaotische Jahresrück-/ausblick

Ob ich das mit dem regelmäßigen Bloggen 2013 mal hinbekomme?

Entgegen dem hier und hier ausgesprochenen Wunsch, den Blog in meinem persönlichen Chaos mitlaufen zu lassen, war dann doch wieder Funkstille. Das Offline-Leben mit seinen kleinen Tücken (Erkältung) und großen Freuden (befristete Arbeitsstelle in unbefristete umgewandelt) nahm mich die letzten Wochen sehr in Anspruch. Da war keine Energie um auch nur irgendwas in Worte zu fassen. Alles was da war, wurde sorgsam auf die vielen kleinen Baustellen verteilt, die ich mit einem Zwinkern „das Leben einer Workaholic“ nenne.

Die Bezeichnung trifft eigentlich das ganze letzte Jahr.

Die ersten drei Monate 2012 verbrachte ich damit, mich dem Traum eines nicht-heteronormativen, selbstverwalteten, antisexistischen, antirassistischen, (antikapitalistischen *hust*), barrierefreien Cafés zu widmen. Ich war und bin nach wie vor von der Idee überzeugt und mit jedem Treffen dass seitdem an anderen Orten stattfinden muss, merke ich: das Café Rosa fehlt mir.
Aber nun ja, die Umsetzung (Orga, Struktur, Finanzen) war wohl von vornherein zum Scheitern verurteilt. Basisdemokratie, in der die Basis alles machen soll aber keine Kompetenzen hat – so kann das nicht funktionieren. Ich hoffe, was auch immer in Zukunft in diesen Räumen seinen Platz findet, erhält sich etwas von dem Traum eines Raumes, frei von Diskriminierungen.

Kurz danach steckte mein Kopf dann schon wieder auf der ganz individuellen Ebene. Der Mensch an meiner Seite und ich suchten eine Wohnung, weil die alte zwar als Erstwohnung super war aber von den schimmeligen Räumen her auch wenig Entwicklungsmöglichkeiten bot. Zu klein, zu kalt, zu wenig Räume für den Nachwuchs, den wir für die nächsten Jahre langsam mit einplanen. Die Suche und das Finden, die Organisation, Planung, Gestaltung, Einrichtung beschäftigte uns bis zum Sommer.
Zeitgleich bahnten sich ein paar feministische Projekte an, kleinere und größere wie die Frauen*SommerUni 2012.

Und ja, studiert habe ich in der Zeit ja auch, so mit Hausarbeiten, Prüfungen und spannenden Diskussionen. Seit Januar 2012 bin ich neben dem Studium noch Sozialarbeiterin mit einer 20h Stelle, die zwar nicht mein Traumjob ist aber gut und anspruchsvoll genug, um sie noch mindestens ein Jahr lang zu machen. Das sind also die zwei Sachen, die generell sowieso und immer mitlaufen.

Seit dem Herbst sitze ich daran, ein Thema für meine Masterthesis zu finden bzw. die vage Idee, die mich umtreibt in einen entsprechend erforschbaren und in einem halben Jahr machbaren Rahmen zu bringen. Mit Anfang Dezember kam dann die Planung weiterer feministischer und parteipolitischer Projekte, die ich 2013 angehen will.

Tja und hier stehe ich nun. Das Jahr ist noch nicht mal 72 Stunden alt und die Liste der Sachen, die allein bis Ende Februar zu tun wären, ist schon lang und vielversprechend.
Das macht mich ein bisschen fertig, weil es so viel und anstrengend wirkt. Aber es reizt mich auch. Sonst hätte ich nicht bei all diesen Sachen zugesagt oder sie selbst angestoßen. Es ist das Leben, das ich mir ausgesucht habe gemäß dem Motto „Ich will alles!“.

Was ich am letzten Jahr sehr schätze sind die vielen tollen Menschen, die ich kennen und schätzen gelernt habe. Ich habe so vieles neues gesehen und mit gestaltet, so viel gelernt, so viel getan, so viel geschafft.
Und, obwohl es wirklich nicht immer einfach war – ich habe mich nie übernommen. Es gab in meinem Leben genug Zeiten, da war ich wirklich nah am Ausbrennen. Dorthin möchte ich nicht zurück. Und werde ich auch nicht. Ich habe aus diesen Fehlern gelernt. Jetzt wird es Zeit für neue Fehler.

Was erwartet euch und mich im kommenden Jahr?
Nun:

  • Kleinere und größere Forschungsprojekte
  • eine Masterthesis
  • ein größerer Auftrag, der mit Schreiben zu tun hat
  • mehrere Sachen in diesem Internet, mit Blogs und so
  • ich möchte die FrauenFrühlingsUni im Burgenland besuchen und davon berichten
  • ich rechne damit, dass über das Jahr wieder verschiedene /slash Veranstaltungen sind und natürlich das /slah-Filmfest und überhaupt tolle Filme
  • es wird politisch, denn die Nationalratswahl in Österreich und die Bundestagswahl in Deutschland stehen an (vorausgesetzt Deutschland bekommt bis dahin ein verfassungsrechtlich einwandfreies Wahlrecht)

Somit möchte ich euch allen da draußen ein spannendes, motivierendes, bereicherndes Jahr 2013 wünschen.
Es wird nicht leicht. Es wird nicht froh. Ich kann nicht versprechen, dass es glücklich wird. Was ich euch und mir versprechen kann, ist, dass wie schon all die Jahre zuvor Unglück passiert, viel Scheiße. Es wird Stunden geben, in denen jede*r von uns leiden muss (im buddhistischen Sinne an Geburt, Krankheit, Alter, Tod – ergänzt durch ein paar *ismen). Aber das soll euch nicht demotivieren. So war es bisher doch auch.

Bekämpfen wir, was Unrecht ist und zeigen wir denen, die uns am Herzen liegen, wie wichtig sie uns sind. Verbessern wir die Welt ein Stück oder versuchen einfach nur mal aus dem Bett zu kommen.
Was auch immer passiert: Machen wir einfach das Beste draus.

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