AUFRUF: Freiwillige für Interviews zum Thema „Androhung sexualisierter Gewalt“ gesucht

Vielleicht habe ich es schon irgendwo erwähnt. Wenn nicht, tue ich es eben jetzt.
Ich sitze an meiner Masterarbeit für die Gender Studies. Oder besser gesagt: Ich sitze daran, eine Themenidee soweit zu formulieren, dass ich sie innerhalb eines halben Jahres beforschen kann.

Die Idee
Grob gesagt geht es darum Menschen, denen sexualisierte Gewalt angedroht wurde und die diese Drohung anzeigen wollten bzw. angezeigt haben, nach ihren Erfahrungen zu befragen. Der Schwerpunkt derjenigen, die ich dazu befragen möchte, liegt thematisch bedingt auf Frauen, als weiblich wahrgenommenen, Menschen aller sexuellen Orientierungen und Beziehungsformen, Intersexuelle und Transgender/Transsexuelle. Gerne auch feministisch aktive Menschen, ist aber kein Muss.
Es ist egal auf welchem Wege die Drohung erfolgte. Ob per Telefon, per EMail, auf der Straße, per Brief, SMS, ob auf einem anderen Weg. Egal ob die Person oder die Personen die die Drohung aussprach, bekannt war.
Wichtig ist, dass die An- bzw. Bedrohung angezeigt wurde oder mindestens versucht wurde, Anzeige zu erstatten. Nicht wichtig ist, ob die Anzeige verfolgt wurde.

Der Aufruf
Und jetzt kommt ihr ins Spiel.
Meine Wunschbetreuerin für dieses Thema hat mir geraten, mich erst mal (online) zu erkundigen, ob es denn Menschen gäbe, denen obiges widerfahren ist, die sich ans Recht gewandt haben oder zumindest den Rechtweg gehen wollten und bereit wären, mit mir darüber zu sprechen.
Darum meine Bitte:
Wenn oben erwähnte Situation auf euch zutrifft oder zutraf und ihr bereit wärt, dem wissenschaftlichen Diskurs rund um sexualisierte Gewalt etwas beizutragen, dann meldet euch doch bei mir.
Schreibt mir eine Mail an khaos.kind [at] gmx [dot] at.
Oder mich auf Twitter @khaoskobold an.
Welche*r mich persönlich kennt, kann es mir auch selbst sagen.

Wenn ihr euch meldet, ist das noch keine fixe Zusage zu irgendwas. Ich will nur wissen, ob es überhaupt Sinn macht, meine bisherige Idee in der bisher angedachten Forschungsmethode zu bearbeiten. Findet sich nämlich keine*r , dann muss ich mir ein anderes Thema oder eine andere Forschungsmethode ausdenken.

Wenn ihr euch meldet, wäre es super, ihr gebt mir mindestens das Land (Deutschland oder Österreich) an, in dem ihr wohnt. Bundesland oder Stadt wäre natürlich noch besser, weil ich dann von Wien anreisen müsste und ein Gefühl dafür bekäme, wie hoch meine Reisekosten sein könnten 😉
Land reicht mir vorerst aber auch, weil es ja alles noch nicht so fix ist.

Wenn ihr euch meldet, dann bitte bis zum 25. Februar 2013. Bis dahin sollte ich eine ungefähre Ahnung haben, ob sich das Thema lohnt. Alle Mails danach sind zwar super, es kann aber sein, dass ich mein Thema dann schon umwerfen musste.

Diesen Beitrag bitte und gerne verbreiten.

Ach ja, Fragen zum Thema oder ähnliches bitte in die Kommentare

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16 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Deidranna
    Feb 22, 2013 @ 11:18:25

    Hi,

    ich finde Deine Idee zur Masterarbeit klasse. Ich bin nicht bedroht worden (es sei denn man rechnet dieses typische unangenehme Hintergrundrauschen à la „die müsste mal so richtig durchgevögelt werden“ dazu). Also kann ich Dir nicht helfen, aber ich habe Deinen Aufruf auf der Seite alltagssexismus.de gefunden. Mit ein bisschen Glück findest Du Interessierte, denn die Seite ist ja voll von solchen Berichten. Ich hoffe Du bleibst dran.

    Viele Grüße von

    Deidranna

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Feb 22, 2013 @ 15:28:10

      @Deidranna
      Ich hoffe, es melden sich ein paar. Natürlich würde ich sehr gern an dem Thema dran bleiben aber ohne Interviewte wird das vorerst nicht gehen.
      Schauen wir mal. 🙂

      Antwort

  2. Miria
    Feb 24, 2013 @ 23:44:15

    Ich hätte prinzipiell Interesse, habe aber noch keine Mail geschrieben, da ich gerne wissen würde, ob das ganze komplett anonym abläuft oder der eigene Name dann irgendwo genannt wird?

    Viele Grüße,
    Miria

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Feb 25, 2013 @ 01:22:37

      @Miria
      Das wird mal seriöse Forschung. Mit Anonymisierung, Datenschutzvereinbarung und was dazu gehört.

      Sollte ich das Thema bearbeiten können, dann erfahre nur ich deinen Namen und evtl. meine Masterarbeitsbetreuerin (sie muss ja wissen, dass ich mir das Interview nicht nur ausgedacht habe). Er wird nicht in der Arbeit stehen und ohne deine Einwilligung nirgendwo veröffentlicht.

      Antwort

  3. Frage
    Feb 25, 2013 @ 03:55:00

    Ich hätte da eine Frage – und war heißt hier konkret „androhen“.

    Also es gab verbare Drohung, aber es ist zu einem tätlichen sexuellen Übergriff?

    Oder es gab anderweitige Ankündigung, z.B. Vorzeigen von Kondome, aber man ist drauf nicht eingefangen?

    Oder jemand hat einen sexuellen Übergriff tatsächlich versucht, aber man hat das noch abwehren können, mit Selbstverteidigungstechniken?

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Feb 25, 2013 @ 13:53:32

      @Frage
      Androhen ist zumindest vorerst für mich alles ab dem Moment, in dem eine Person sich bedroht fühlt bis zu dem Moment, in dem es ein tatsächlicher Übergriff wird. Das ist jetzt keine juristische Definition, klar.
      Ich möchte mich in der Arbeit auf diesen Zeitraum der Unsicherheit, der Unklarheit über das Ausmaß der Gefahr konzentrieren. Und darauf, dass eben diese Bedrohung angezeigt wurde, nicht „erst“ die Umsetzung einer solchen.

      Antwort

  4. Frage
    Feb 25, 2013 @ 04:49:25

    Also weiter gedacht: wenn es um verbale Drohung geht: geht es hier explizit um Androhung von sexueller Gewalt (z.B. „ich vergewaltige Dich, wenn Du von mir trennen willst!“, „wenn Du es nicht freiwillig mitmachst, dann hole es mir einfach!“) oder Androhung von Sex („Stell‘ Dich doch nicht so an, Du willst es doch auch, das sieht man!“)

    Und wenn es um körperliche Drohung geht: z.B. Exhibitinismus (nacht vorm Fenster stehen und versuchen rein zu kommen) oder Grapschen (unter den Rock greifen)?

    Ich komme aus Deutschland, und manche von diesen Dingen sind strafbar, manche nicht. Die Polizei hat hier eigentlich keine Handhabe, wenn eine Vergewaltigung per SMS angedroht wird – die werden erst dann tätig, wenn die Vergewaltigung schon passiert ist oder der Täter ist dabei, jemand zu vergewaltigen.

    Und noch eine Frage: geht es in der Arbeit spezifisch um Anzeige (Strafverfahren)? Oder auch um anderen rechtliche Möglichkeiten (Gewaltschutzgesetz, Familienrecht, Arbeitsrecht usw. – also z.B. sich beim Arbeitgeber beschweren wegen sexueller Belästigung).

    ———————–
    Nachtrag: falls Du ein anderes Thema suchst, hätte ich einen Vorschlag (das Thema interessiert mich persönlich sehr): wie geht es Vergewaltigungsopfern nach der Anzeige? Wenn der Täter verurteilt wurde? Wenn der Täter nicht verurteilt wurde?

    Mir persönlich geht es so, dass es mir nach dem Strafverfahren schlechter ging (Täter nicht verurteilt) – aber irgendwie fühle ich mich unter Druck, „politisch korrekt“ zu sagen, dass es mir gut getan hat, anzuzeigen. Und ich habe von anderen auch gehört, dass es ihnen genauso geht.

    Das Thema ist aber nicht so erforscht, weil es nicht soviele gibt, die Vergewaltigungen anzeigen.

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Feb 25, 2013 @ 14:03:17

      @Frage
      Von was genau Menschen sich bedroht fühlen und ob es so etwas wie eine „Schwelle“ der Gefährlichkeit gibt, bevor Menschen etwas zur Anzeige bringen, will ich nicht vorher definieren. Das kann sich dann aus den Interviews ergeben.

      Bedrohung ist ein Paragraph des Strafrechts und ja, darauf liegt der Fokus. Andere rechtliche Bereiche werde ich schon berücksichtigen, wenn sie in den Interviews auftauchen aber ich plane erst mal ums strafrechtliche herum.

      Antwort

  5. Deidranna
    Feb 26, 2013 @ 08:29:33

    Hab doch noch eine Frage dazu, vielleicht kann ich Dir doch helfen. Mir ist es mal passiert, dass mich jemand nach einer Trennung verfolgt hat, überall auf mich gewartet hat, mir öffentlich „Szenen“ gemacht hat. Da Du oben erwähnst, dass es auch darauf ankommt, ob ich mich bedroht gefühlt habe und nicht nur, ob ich mal die Aussage „Wenn du nicht wieder mit mir zusammen sein willst, bringe ich dich um“ gehört habe (was nicht der Fall war), könnte ich doch in Frage kommen. Der Typ war nicht gut berechenbar. Meine Freundin hatte damals zum Beispiel die Befürchtung, er könnte ihren Kindern auflauern, um sie (und damit indirekt mich) unter Druck zu setzen. Wir wussten einfach nicht, wie weit er gehen würde. Ich habe mich damals schon gefürchtet, auch wenn ich seinen Trennungsschmerz verstehen konnte.

    Vielleicht ist es ja auch schon zu spät, oder ich passe nicht ins Schema. Aber falls ich Dir noch helfen kann, gerne.

    Viele Grüße
    Deidranna

    Antwort

    • Deidranna
      Feb 26, 2013 @ 09:23:44

      Sorry, ich hatte den Deinen Artikel vor ein paar Tagen gelesen und in der Zwischenzeit vergessen, dass Du ja Leute gesucht hat, die Anzeige erstattet haben, was ich damals natürlich nicht getan habe. Also vergiss es. Trotzdem viel Glück. 🙂

      Antwort

  6. Frage
    Feb 26, 2013 @ 13:20:17

    Nach dem Beitrag von Deidrama – kommt mir in den Sinn, es bei der Studie dann um eine Stalking-Anzeige geht, was anderes kommt ja auch als eine Strafanzeige nicht in Frage bei „nur Bedrohung“.

    Antwort

    • Khaos.Kind
      Feb 26, 2013 @ 14:30:39

      @Frage
      Würde es um Stalking gehen, hätte ich schon danach gefragt. Was das ist und was da der Unterschied zu Bedrohung ist, ist mir durchaus klar.
      Es geht aber um Bedrohung. Gegen welche Paragraphen eine Situation verstößt, die eine Person als bedrohlich erlebt ist für die Interviews nur sekundär entscheidend. Din Österreich könnte z.B. Beleidigung §115 StGB, Gefährliche Drohung §111 StGB oder Üble Nachrede §107 StGB in Frage kommen, in Deutschland gibt es ähnliche Paragraphen z.B den §241 StGB. Ich muss das nicht unnötig vorher eingrenzen. Die Zielgruppe ist klein genug.

      Antwort

  7. Frage
    Feb 26, 2013 @ 13:21:05

    Nachtrag – weiß aber natürlich nicht, wie die Strafgesetze in Österreich aussehen.

    Antwort

  8. Frage
    Feb 26, 2013 @ 13:30:08

    Und bei Stalking geht es dann auch nicht explizit um „Androhung von sexueller Gewalt“, sondern um die Nachstellung (also dauerhaftes Belästigen, was als bedrohlich erlebt wird, und es kann auch um dauerhafte Mordsdrohungen gehen).

    Antwort

  9. Trackback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Fehlende #aufschrei-Fragen und Black Intervention – kurz verlinkt
  10. Jonathan Black
    Mrz 14, 2013 @ 15:10:44

    Die Doktorarbeit von Prof Dr Luise Greuel hatte ein ähnliches Thema.
    Vielleicht kann dir diese Arbeit helfen?

    Antwort

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