Das Khaos.kind

Das Khaos.kind
…hat die ersten drei Lebensjahre in der DDR verbracht und weitere sechzehn in derselben Stadt, nur dass diese dann in den sogenannten „neuen Bundesländern“ lag. Aufgewachsen unter strengen, musikalischen Verwandten mütterlicherseits und weniger strengen aber technikversierten Verwandten väterlicherseits durchlief sie die für „den Osten“ typischen Betreuungsstationen der Kinderkrippe, des Kindergartens, Grundschule, Realschule und ein aufbauendes Gymnasium.

Gleichberechtigung war kaum ein Thema, weil die für „den Westen“ typischen Lebensverläufe und damit zusammenhängende Stereotype praktisch nicht vorkamen. Beide Eltern waren immer berufstätig, haben aber beide so wenig verdient, dass der Gender Pay Gap keine Rolle spielte. Weibliche Verwandte, die nicht arbeiteten, taten dies meist krankheitsbedingt und nicht, weil „es sich so gehörte“. Was nicht da war, wurde auch mal improvisiert und wer was haben will, muss dafür auch was tun. Mit schulischen Leistungen bewegte sich das Khaos.kind vorwiegend in den oberen Bereichen, so dass auch hier stereotype Behandlungen, wenn, dann nur bei anderen beobachtet wurden. In dem eigens gewählten sozialen Umfeld zählten Fähigkeiten und Interessen mehr als Geschlecht.

Nach dem Abitur studierte das Khaos.kind in sonnigen südlichen Gefilden einen „typischen Frauenberuf“, einfach weil es Spaß machte und in etwa in die Richtung führte, in der sie später arbeiten wollte. Es fiel ihr zwar schon auf, dass sie eine der wenigen in den Hochschulgremien aktiven Frauen* war. Niemand hat sie davon abgehalten, es gab jedoch stehts Menschen, die sie und andere junge Frauen* einfach nicht ernst genommen haben. Sie versuchte das als Ausnahme zu sehen, es waren ja nicht alle männlichen Wesen so. Und ja, es waren ausschließlich männliche Personen, die sie und andere junge Frauen* übergangen, ignoriert, herabgesetzt haben – die Mitstreiter und Kommilitonen aber nicht.

Zum Feminismus und der Frage nach Benachteiligung von Menschen (allein) aufgrund ihres Geschlechts kam sie durch ihr Praxissemester, in dem sie in einem feministischen Mädchenzentrum mit selbstbewussten Frauen, weniger Selbstbewusstsein fördernden Zahlen und Fakten und Mädchen, die sich zwischen all dem in ihrer Pubertät wiederfinden, konfrontiert wurde. Dort begann sie, die „wir sind doch alle gleichberechtigt“-Brille zu hinterfragen.

Mit Mitte Zwanzig zog das Khaos.kind mit ihrer „besseren Hälfte“ ins schöne Wien. Dort beschäftigt sie sich intensiv und mehr oder weniger wissenschaftlich mit Geschlechterfragen.

Der Name Khaos.kind
…entstand vor langer Zeit im Brainstorming um die erste eigene E-Mail-Adresse, über die sie noch heute erreichbar ist. Die Schreibweise bürgerte sich im Laufe der Jahre ein (Khaos mit K und Punkt dazwischen), inspiriert durch Alexander Kaschte.

Auch wenn das Khaos.kind biologisch gesehen nicht mehr unter die Kategorie „Kind“ fällt, so weist diese Bezeichnung doch eine Nähe zum scheinbar geschlechtslosen Wesen auf und ist zudem von dem Gedanken daran getragen, dass wir alle irgendjemandes Kinder sind, biologisch, sozial, auf rechtliche Weise angenommen und/oder ideell.

Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Alexander Roslin
    Dez 23, 2011 @ 05:12:56

    Ah, tip top renoviert, sehr schön.

    Es grüßt der Maulwurf

    Eine meiner helleren Kindheitserinnerungen.

    Frohe Weihnachten!

    Antwort

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