Ich bin eine Rassistin

Ich entschuldige mich jetzt schon dafür, falls mein Sprachgebrauch eine*n verletzten sollte. Das ist keine Absicht, ich kann es allerdings nicht ganz ausschließen. Es geht um Rassismus. Um meinen, bewusst und sehr viel noch nicht bewusst. Ich nenne Beispiele von Situationen, in denen ich weiß, dass ich von rassistischen Strukturen und Annahmen profitiere und wohl selbst rassistisch bin. Ich muss davon ausgehen, dass der folgende Beitrag rassistische Begriffe enthält. Ich schreibe manche von ihnen bewusst – und bewusst nicht aus. Bei anderen ist mein Wissen und mein Gespür noch nicht weit genug. Das als Vorwarnung. Mehr

Frauen*SommerUniversität 2012 in Wien – Eine Nachschau

Es ist jetzt bald einen Monat her, das eins der größten Projekte – DAS größte Projekt – bei dem ich bisher mitwirkte, nun schon vorbei ist. Wird Zeit, es zu verbloggen.
Um es kurz zu sagen:
Es war gut.
Es war richtig gut.

Vor gut neun Monaten trafen sich fünf Frauen* das erste Mal um zu überlegen, ob und wie wir eine feministische Bildungsveranstaltung – die Frauen*Universität – in Wien auf die Beine stellen können. Die Dauer der Vorbereitung war nicht beabsichtigt, aber irgendwie war dieses Projekt wirklich so etwas wie unser „Baby“. Viele, viele Treffen, Organisationszeug und einiges an Nerven später standen wir am Campus der Universität Wien, in dem Raum, der sich „alte Kapelle“ nennt und eröffneten einen feministischen Herbst.

Frauenzeichen auf dem Altar, links und rechts von Engeln angebetet

Frauen*SommerUniversität, (c) Bettina Frenzel

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Wir brauchen einen feministischen Kommentarsturm, Leute!

Wieder einmal das alte Muster.
Ein Mensch schreibt über Feminismus. Oder Frauen*. Oder Männer*. Oder über irgendwas, das mit Geschlecht oder Geschlechterverhältnissen zu tun hat.
Schon fallen sie ein.
Die(se) nicht immer unbekannten Persönlichkeiten. Mit dem nicht selten bekannten, beinahe als typisch zu bezeichnenden „Anmerkungen“, „Beiträgen“, „Fragen“, „Argumenten“. Die genau deshalb in Anführungszeichen stehen, weil es allzu oft eher Stellungnahmen als Anmerkungen, mehr Forderungen als Beiträge, mehr rhetorische als offene Fragen, mehr populärwissenschaftliches Geblubber als wirklich Argumente sind.
Es ist kein sachliches Anfangen und sich evtl. hinein steigern. Es ist kein Missverständnis. Es ist nicht ausdiskutierbar. Und vor allem ist es eins nicht: Zufall. Mehr

Die Illusion der gleichen Hausarbeitsverteilung: Ein Update

Es ist jetzt etwa 1,5 Jahre her und einer der meistgesuchtesten Begriffe in diesem Blog: Ein Putz- bzw. Haushaltsplan für Paare und WGs.
Nachdem erneut ein Bericht über die Fiktion der Gleichheit durch die Welt floss, dass selbst die (hetero)Paare, die viel Wert auf Gleichberechtigung in der Beziehung legen, es mit der Haushaltsaufteilung nicht wirklich hinbekommen – es aber dafür halten – erzähl ich mal was über meinen aktuellen Stand.
Derselbe Mensch an meiner Seite, wie damals. Seit Juni eine größere Wohnung. Noch keine Kinder. Noch keine Haustiere. Mittlerweile beide in der Abschlussphase des Masterstudiums und berufstätig. Mehr

Alles nicht so einfach. Oder: Gender matters

Vor kurzem wurde ein (englischer) Blogpost in meine Twitter-Timeline gespült. Den auch ich fleißig verbreitet habe, weil ich ihn spannend und gut und wichtig finde: Feminism for dudes (from a dude)
Wie der Name schon sagt, geht es darum, die Grundlagen von und Herangehensweise an Feminismus zu erklären – für Männer* und VON Männern*. Phantastisch soweit.
Heute nun schreibt der Online-Freitag über dieses Phänomen, den obigen Blogartikel und dieses ebenfalls englischsprachige Buch (The Guys Guide to Feminism). Unpassenderweise trägt der Artikel die Überschrift: Die Erklärbären. Die Verbreitung auf Twitter ist dann auch ähnlich missglückt:

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FrauenSommerUni 2012 in Wien!

Ich bin zurück in der Blogosphäre!
Und bringe euch gleich etwas aus meiner offline-Arbeit mit: Die FrauenSommerUni, die 2012 in Wien stattfinden wird

Zusammen mit wunderbaren Kolleginnen (deren feministische Inhalte ihr unter anderem hier und hier verfolgen könnt) ist eine Veranstaltung geplant, die vieles kann. Zum Beispiel Selbstbildung, Mitbildung, Entfaltung, Wissensweitergabe, Andenken, Neudenken, Weiterdenken, Netzwerke spannen und stärken. Seit 2007 findet die Frauenuni jährlich in einer anderen Stadt in Österreich ihre temporäre Heimat und dieses Jahr haben wir sie wieder in die Hauptstadt geholt. Alle FrauenLesbenInterTrans, die sich gerne inhaltlich mit einem Vortrag, einem Workshop oder einer Aktion einbringen möchten, können ihre Ideen bis zum 3.6.2012 (ja, das ist bereits nächste Woche) einbringen. Das Thema dieses Jahr ist „Feminismen leben“ und wir haben uns da mal ein paar Gebiete aufgelistet, die wir spannend fänden. Es können natürlich auch außerhalb dieser Liste Themen vorgeschlagen werden.

Bringt euch ein, wir freuen uns auf viele Zuschriften!
(den kompletten Call for Papers gibts, wenn ihr weiter lest)

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Aktion – Reaktion – Reaktionär?

Seit Mittwoch, dem 5. Oktober 2011 hat die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) der Universität Wien wieder eine gewählte *Frauenreferentin. Der ich zu ihrem verdienten Sieg gratulieren möchte. Denn das war dieses Jahr gar nicht so einfach. Und auch wenn ich das letztendliche Ergebnis bedingungslos unterstütze, habe ich doch ein paar Steine im Magen, was die Vorgehensweise anbelangt. Diese möchte ich hiermit niederschreiben, aus dem Kopf, aus dem Bauch und hinein in die Öffentlichkeit.

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Reclaim the streets: Revisited

Wie unschwer zu erraten, war ich am 19.März 2011 in Wien demonstrieren. Gemeinsam mit meiner besseren Hälfte und einer sehr guten Freundin, die gerade zu Besuch war, trotzten wir dem feucht-kalt-grauen Wetter und erfreuten uns an der bunten Vielfalt der Menschen und Demonstrationsformen. Bilder zum Ereignis auf diestandard, bei der denkwerkstatt und natürlich auf der Homepage 20.000 Frauen. Meine Kamera hat ihren Dienst verweigert, weil Akku leer.

So im Großen und Ganzen war es wirklich nett. Nicht im Vergleich zu den Bildungsdemonstrationen im letzten Herbst aber für eine Frauentagsdemonstration ungewöhnlich viele Menschen und für nicht-demonstrationserfahrene Frauengruppen auch super organisiert (habe ich mir sagen lassen, ich bin ja auch erst seit September 2010 im Lande und war nicht an der organisatorischen Planung beteiligt). Mehr

Wohin gehst du?

Ein paar erste Gedanken zur Demonstration.

Ein „Tschüss“, ein „Bis bald“ und die Wege trennen sich.
Gesichter, eben noch strahlend, eine Idee, einen Kampf teilend, machen sich auf dem Weg nach… ja wohin?
Zielstrebig, die Hände in die Taschen meiner roten Jacke versunken, steige ich die Treppen zur U-Bahn-Station hinab. Der Schal in Strickoptik spielt ein wenig mit dem warmen Luftstrom, der mir entgegenweht.
Ich frage mich, wohin die Menschen gehen, die ich nicht kenne und mit denen ich doch ein paar Stunden verbracht habe.

Wohin geht das kleine Mädchen mit dem „Mädchen können alles“-Plakat in ihrer kleinen, von der Kälte rot angelaufenen Hand? Kommt es in ein behütetes Heim, die Mutter oder den Vater an der Hand und erzählt ununterbrochen von den vielen Menschen und Eindrücken, die es auf der Demonstration sah? Bekommt es ein gutes Abendessen oder legt die kleine Familie eine Pause bei McDonalds ein? Ist sein Heim groß genug zum spielen und lernen oder muss es sich das Zimmer mit kleinen Geschwisterchen teilen, vollgestopft mit Puppen, Autos und Kuscheltieren? Weiß es, dass in einem anderen Zuhause ein Kind hungrig ins Bett geht? Mehr

Geh mal wieder auf die Straße…

… geh’ mal wieder demonstriern!
Denn wer nicht kämpft – kann nur verliern.

Werte Leser und Leserinnen,

am kommenden Samstag (=übermorgen!), dem 19.03.2011 steht ein besonderes Ereignis an.
ÖsterreicherInnen feiern den 100. Frauentag.*
Seit Monaten laufen die Vorbereitungen, die Organisation, die Gespräche und Diskussionen, die Forschung läuft heiß und die Berichterstattung der Medien… na ja, die auch ein bisschen. Frauen und Frauenrechte sind wieder Thema. Frauen, Männer und Queers der unterschiedlichsten Hintergründe kommen zusammen und wären es ohne dieses Vorhaben vielleicht nicht.

100 Jahre Frauentag. Ein Blick zurück und einer nach vorn.
Was wurde 1911 gefordert? Von wem?
Warum?
Wessen Päckchen tragen wir mit uns herum?
Auf wessen Spuren gehen wir?
Was haben wir erreicht?

Und was nicht?

Wo wollen wir hin? Wer will wohin? Warum? Und wie gelangen wir dort hin? Unter welchen Umständen? Mit welchen Mitteln?

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Hurra: Weltfrauentag

Heute ist der 100. Weltfrauentag. Und ich schreibe nicht viel zu Geschichte oder einen damals-heute-Vergleich oder andere inhaltliche Sachen. Da gibt es in meiner Blogroll einen Haufen gute Sachen.

z.B. von der Mädchenmannschaft, Girls can blog, bei Anke Gröner, im Genderblog oder bei Patrick.

Ich erzähle euch eine kurze Anekdote, die sich vor wenigen Wochen ereignet hat und mir wieder einmal bewusst machte, warum ich froh bin, heute zu leben und stolz auf alle, die dafür gekämpft haben, dass ich so leben kann, wie ich es tue.

Vor wenigen Wochen telefonierte ich mit einem entfernten Verwandten. Ich habe mit ihm seit gefühlten Ewigkeiten nicht gesprochen, also smalltalken wir etwas: Mehr

Das bisschen Haushalt…

… macht sich nicht von allein.

Ja, auch ich habe mir gestern auf arte den Themenabend „Ehe… es kracht!“ bzw. die Dokumentation „Das bisschen Haushalt“ angesehen. Die bessere Hälfte saß im Bett neben mir und hat sich wohl gefragt, wann wir denn was richtiges schauen.

Und mal ehrlich, viel anders ging es mir auch nicht. Ich fand die Dokumentation etwas überzogen mit den Männern, die zwar ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie nicht im Haushalt helfen aber das nicht Motivation genug wäre, selbst anzupacken. Und Frauen, die zwar Hilfe wollen aber sich schwer tun den Partner als gleichberechtigtes Mitglied zu sehen, dem nicht alles gesagt werden muss, was wie getan wird. Paare, die sich den Haushalt in Bereiche teilen: er Küche, sie Wäsche und gebügelt wird abwechselnd. Und unterlegt wurde das Ganze dann mit Zahlen, dass in vielen Trennungen die Haushaltsaufteilung ein Thema ist oder dass nur 10% eine Haushaltshilfe haben (ja, genau das hab ich mir gemerkt). Fazit war wohl, dass sich im Haushalt mit der Gleichberechtigung noch immer nicht viel getan hat, viele Männer und Frauen noch immer meinen, dass Hausarbeit Frauensache ist oder Frauen ihre Männer zu Hausarbeit nötigen überreden anhalten (gibts dafür nicht ein neutrales Wort?) müssten.

Mir ist nicht klar, wo genau jetzt das Problem sein soll.  Mehr

Mädchen, pfeif auf den Prinzen!

So im Nachhinein ist es nicht verwunderlich, in welche Richtung ich mich entwickelt habe. Hier eins der Gedichte, die im Deutschunterricht gefühlt ständig zum Aufsagen und interpretieren genutzt wurden. Ich erinnere mich an min. drei mal. Umso erstaunlicher, dass es immer wieder in Vergessenheit gerät. Aber es ist hartnäckig. 😉

Mädchen, pfeif auf den Prinzen!

Josef Reding

Es kommt kein Prinz, der dich erlöst,
wenn du die Jahre blöd verdöst,
wenn du den Verstand nicht übst,
das Denken stets auf morgen schiebst.

Es kommt kein Prinz, der dich umfängt,
von nun an deine Schritte lenkt.
Befrei dich selbst vom Dauerschlaf,
sonst bleibst du nur ein armes Schaf.

Es kommt kein Prinz mit einem Kuss,
macht nicht mit deinen Sorgen Schluss;
es bringt dich auch kein Königssohn,
vom Kochtopf auf den Herrscherthron.

Du kannst dir selbst dein Leben bauen,
musst allen deinen Kräften trauen.
Mach noch heute den Versuch,
und pfeif auf den Prinzen im Märchenbuch!

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