Pick up – (k)eine perfekte Masche?

Was wollen Frauen? Wie spreche ich eine an? Wie geht Flirten?
Wie ihr wisst, halte ich von diesen Fragen ja nicht allzu viel. Doch nachdem sich ein guter Freund von mir unerwartet nach langer Beziehung als Single wiedergefunden hat, kam das Thema unter uns auf. Und irgendwie dann auch Pick up, das ja verspricht irritierten Männern eine Hilfe dabei zu sein, neue weibliche und nicht-platonische Kontakte zu finden.
Nachdem ich ihn nicht gleich überzeugen konnte, warum denn diese Bewegung eine schlechte Hilfe sei, habe ich mir vorgenommen über die Feiertage ein bisschen tiefer in die Materie einzutauchen. Um sie besser zu verstehen und in der Hoffnung, Belege für meine Abneigung zu finden.
Ich gebe zu, die Bücher von Neil Strauss und David DeAngelo haben mir ein bisschen die Augen geöffnet – in mehr als nur einer Hinsicht.
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Ich bin eine Rassistin

Ich entschuldige mich jetzt schon dafür, falls mein Sprachgebrauch eine*n verletzten sollte. Das ist keine Absicht, ich kann es allerdings nicht ganz ausschließen. Es geht um Rassismus. Um meinen, bewusst und sehr viel noch nicht bewusst. Ich nenne Beispiele von Situationen, in denen ich weiß, dass ich von rassistischen Strukturen und Annahmen profitiere und wohl selbst rassistisch bin. Ich muss davon ausgehen, dass der folgende Beitrag rassistische Begriffe enthält. Ich schreibe manche von ihnen bewusst – und bewusst nicht aus. Bei anderen ist mein Wissen und mein Gespür noch nicht weit genug. Das als Vorwarnung. Mehr

I bin aus Österreich!


(Dieses Video zeigt ein Lied der steirischen Band STS, dessen Titel auch der Titel des Blogeintrags und dessen Inhalt die mir liebste Sicht auf Österreich ist)

Frauen* die lesen, sind gefährlich.
Frauen* die schreiben, erst Recht!

Welche Rolle Frauen* im Netz spielen, ist seit einigen Monaten immer wieder Thema vieler Medien. Obwohl die Mehrheit der deutsprachigen Blogs von Frauen* betrieben werden, sind gerade die Blog-Charts hauptsächlich männlich* besetzt. Wenn Blogger_innen wahrgenommen werden, dann als solche, die sich vorwiegend privaten Themen, Mode oder dem Kochen widmen. Politische und gesellschaftskritische Themen werden online wie offline mit „Männlichkeit“ verbunden. Und aus irgendeinem mir unbekannten Grund werden feministische Blogs und Themen dabei nicht als politisch/gesellschaftlich relevanter Bereich gesehen. Mehr

Der Begriff des Privilegs

Ich glaube kein Begriff ist so diffus wie der des Privilegs.
Über ein Blog bin ich vor kurzem darauf gestoßen und wollte gern meine eigene Definition davon hier posten. Und so suchte ich mir Inspiration. Wer sagt(e) was darüber, was sagt Wikipedia als jederzeit abrufbare Enzyklopädie. Und so kam ich vom Hundertsten ins Tausendste. Von Blogs zu anderen Blogs, zu Tante Google und wieder zurück. Keine Erläuterung war mir konkret genug und so begann ich zu überlegen, was ich genau darunter verstehe.

Im Großen und Ganzen verstehe ich unter Privileg ein Vorrecht. In früheren, historischen Gesellschaften umfasste es ein explizites Vorrecht einer bestimmten Person oder Gruppe. Im Zuge der Moderne und der Ausdifferenzierung gesellschaftlicher Bereiche wurden diese expliziten Privilegien immer implizierter, die Gruppen auf die sie sich beziehen immer unschärfer. Dabei ergeben sich Privilegien sowohl aus rechtsstaatlichen Regelungen wie Gesetzen und ebenso aus gesellschaftlichen Normen, die von jeweils unterschiedlichen AkteurInnen und deren Weltbildern gestaltet werden. Mehr

Equal Pay Day in Deutschland 2011

Heute ist/war in Deutschland der sogenannte Equal Pay Day, ein Tag, der die ungleiche Entlohnung thematisiert und problematisiert, indem er variabel ist. Erst am heutigen Tage hätten Frauen* in Deutschland das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Mannes* 2010 erwirtschaftet, denn sie verdienen im Schnitt 23% weniger.
Schon krass oder?
Aber keine Sorgen meine deutschen Freunde und Freundinnen, in Österreich „feiern“ wir diesen Tag erst Mitte April.

Natürlich sind diese 23% etwas plakativ angesetzt. Der Tag ist nämlich nur auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede bezogen. Als angehende Wissenschafterin weiß ich, dass dieser Fokus nicht die Realität umfassend wiedergibt und ich hoffe, die Personen, die das Problem angehen sollen, wissen das auch. Denn die ungleiche Entlohnung trifft ja nicht nur die Geschlechter, sondern differenziert sich auch nach klassenspezifischen oder kulturspezifischen² Gründen aus.
Wer sich für Zahlen und Statistiken interessiert und wissen möchte, was es mit den ~23% Lohnunterschied auf sich hat, findet bei der Mädchenmannschaft einen guten Artikel mit vielen Verweisen auf Veröffentlichungen. Bitte auch die Kommentare lesen. Und natürlich das Dossier zum Equal Pay Day. Mehr

Reclaim the streets: Revisited

Wie unschwer zu erraten, war ich am 19.März 2011 in Wien demonstrieren. Gemeinsam mit meiner besseren Hälfte und einer sehr guten Freundin, die gerade zu Besuch war, trotzten wir dem feucht-kalt-grauen Wetter und erfreuten uns an der bunten Vielfalt der Menschen und Demonstrationsformen. Bilder zum Ereignis auf diestandard, bei der denkwerkstatt und natürlich auf der Homepage 20.000 Frauen. Meine Kamera hat ihren Dienst verweigert, weil Akku leer.

So im Großen und Ganzen war es wirklich nett. Nicht im Vergleich zu den Bildungsdemonstrationen im letzten Herbst aber für eine Frauentagsdemonstration ungewöhnlich viele Menschen und für nicht-demonstrationserfahrene Frauengruppen auch super organisiert (habe ich mir sagen lassen, ich bin ja auch erst seit September 2010 im Lande und war nicht an der organisatorischen Planung beteiligt). Mehr

Wohin gehst du?

Ein paar erste Gedanken zur Demonstration.

Ein „Tschüss“, ein „Bis bald“ und die Wege trennen sich.
Gesichter, eben noch strahlend, eine Idee, einen Kampf teilend, machen sich auf dem Weg nach… ja wohin?
Zielstrebig, die Hände in die Taschen meiner roten Jacke versunken, steige ich die Treppen zur U-Bahn-Station hinab. Der Schal in Strickoptik spielt ein wenig mit dem warmen Luftstrom, der mir entgegenweht.
Ich frage mich, wohin die Menschen gehen, die ich nicht kenne und mit denen ich doch ein paar Stunden verbracht habe.

Wohin geht das kleine Mädchen mit dem „Mädchen können alles“-Plakat in ihrer kleinen, von der Kälte rot angelaufenen Hand? Kommt es in ein behütetes Heim, die Mutter oder den Vater an der Hand und erzählt ununterbrochen von den vielen Menschen und Eindrücken, die es auf der Demonstration sah? Bekommt es ein gutes Abendessen oder legt die kleine Familie eine Pause bei McDonalds ein? Ist sein Heim groß genug zum spielen und lernen oder muss es sich das Zimmer mit kleinen Geschwisterchen teilen, vollgestopft mit Puppen, Autos und Kuscheltieren? Weiß es, dass in einem anderen Zuhause ein Kind hungrig ins Bett geht? Mehr

Geh mal wieder auf die Straße…

… geh’ mal wieder demonstriern!
Denn wer nicht kämpft – kann nur verliern.

Werte Leser und Leserinnen,

am kommenden Samstag (=übermorgen!), dem 19.03.2011 steht ein besonderes Ereignis an.
ÖsterreicherInnen feiern den 100. Frauentag.*
Seit Monaten laufen die Vorbereitungen, die Organisation, die Gespräche und Diskussionen, die Forschung läuft heiß und die Berichterstattung der Medien… na ja, die auch ein bisschen. Frauen und Frauenrechte sind wieder Thema. Frauen, Männer und Queers der unterschiedlichsten Hintergründe kommen zusammen und wären es ohne dieses Vorhaben vielleicht nicht.

100 Jahre Frauentag. Ein Blick zurück und einer nach vorn.
Was wurde 1911 gefordert? Von wem?
Warum?
Wessen Päckchen tragen wir mit uns herum?
Auf wessen Spuren gehen wir?
Was haben wir erreicht?

Und was nicht?

Wo wollen wir hin? Wer will wohin? Warum? Und wie gelangen wir dort hin? Unter welchen Umständen? Mit welchen Mitteln?

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