Frauen*SommerUniversität 2012 in Wien – Eine Nachschau

Es ist jetzt bald einen Monat her, das eins der größten Projekte – DAS größte Projekt – bei dem ich bisher mitwirkte, nun schon vorbei ist. Wird Zeit, es zu verbloggen.
Um es kurz zu sagen:
Es war gut.
Es war richtig gut.

Vor gut neun Monaten trafen sich fünf Frauen* das erste Mal um zu überlegen, ob und wie wir eine feministische Bildungsveranstaltung – die Frauen*Universität – in Wien auf die Beine stellen können. Die Dauer der Vorbereitung war nicht beabsichtigt, aber irgendwie war dieses Projekt wirklich so etwas wie unser „Baby“. Viele, viele Treffen, Organisationszeug und einiges an Nerven später standen wir am Campus der Universität Wien, in dem Raum, der sich „alte Kapelle“ nennt und eröffneten einen feministischen Herbst.

Frauenzeichen auf dem Altar, links und rechts von Engeln angebetet

Frauen*SommerUniversität, (c) Bettina Frenzel

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Alles nicht so einfach. Oder: Gender matters

Vor kurzem wurde ein (englischer) Blogpost in meine Twitter-Timeline gespült. Den auch ich fleißig verbreitet habe, weil ich ihn spannend und gut und wichtig finde: Feminism for dudes (from a dude)
Wie der Name schon sagt, geht es darum, die Grundlagen von und Herangehensweise an Feminismus zu erklären – für Männer* und VON Männern*. Phantastisch soweit.
Heute nun schreibt der Online-Freitag über dieses Phänomen, den obigen Blogartikel und dieses ebenfalls englischsprachige Buch (The Guys Guide to Feminism). Unpassenderweise trägt der Artikel die Überschrift: Die Erklärbären. Die Verbreitung auf Twitter ist dann auch ähnlich missglückt:

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FrauenSommerUni 2012 in Wien!

Ich bin zurück in der Blogosphäre!
Und bringe euch gleich etwas aus meiner offline-Arbeit mit: Die FrauenSommerUni, die 2012 in Wien stattfinden wird

Zusammen mit wunderbaren Kolleginnen (deren feministische Inhalte ihr unter anderem hier und hier verfolgen könnt) ist eine Veranstaltung geplant, die vieles kann. Zum Beispiel Selbstbildung, Mitbildung, Entfaltung, Wissensweitergabe, Andenken, Neudenken, Weiterdenken, Netzwerke spannen und stärken. Seit 2007 findet die Frauenuni jährlich in einer anderen Stadt in Österreich ihre temporäre Heimat und dieses Jahr haben wir sie wieder in die Hauptstadt geholt. Alle FrauenLesbenInterTrans, die sich gerne inhaltlich mit einem Vortrag, einem Workshop oder einer Aktion einbringen möchten, können ihre Ideen bis zum 3.6.2012 (ja, das ist bereits nächste Woche) einbringen. Das Thema dieses Jahr ist „Feminismen leben“ und wir haben uns da mal ein paar Gebiete aufgelistet, die wir spannend fänden. Es können natürlich auch außerhalb dieser Liste Themen vorgeschlagen werden.

Bringt euch ein, wir freuen uns auf viele Zuschriften!
(den kompletten Call for Papers gibts, wenn ihr weiter lest)

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Reclaim the streets: Revisited

Wie unschwer zu erraten, war ich am 19.März 2011 in Wien demonstrieren. Gemeinsam mit meiner besseren Hälfte und einer sehr guten Freundin, die gerade zu Besuch war, trotzten wir dem feucht-kalt-grauen Wetter und erfreuten uns an der bunten Vielfalt der Menschen und Demonstrationsformen. Bilder zum Ereignis auf diestandard, bei der denkwerkstatt und natürlich auf der Homepage 20.000 Frauen. Meine Kamera hat ihren Dienst verweigert, weil Akku leer.

So im Großen und Ganzen war es wirklich nett. Nicht im Vergleich zu den Bildungsdemonstrationen im letzten Herbst aber für eine Frauentagsdemonstration ungewöhnlich viele Menschen und für nicht-demonstrationserfahrene Frauengruppen auch super organisiert (habe ich mir sagen lassen, ich bin ja auch erst seit September 2010 im Lande und war nicht an der organisatorischen Planung beteiligt). Mehr

Wohin gehst du?

Ein paar erste Gedanken zur Demonstration.

Ein „Tschüss“, ein „Bis bald“ und die Wege trennen sich.
Gesichter, eben noch strahlend, eine Idee, einen Kampf teilend, machen sich auf dem Weg nach… ja wohin?
Zielstrebig, die Hände in die Taschen meiner roten Jacke versunken, steige ich die Treppen zur U-Bahn-Station hinab. Der Schal in Strickoptik spielt ein wenig mit dem warmen Luftstrom, der mir entgegenweht.
Ich frage mich, wohin die Menschen gehen, die ich nicht kenne und mit denen ich doch ein paar Stunden verbracht habe.

Wohin geht das kleine Mädchen mit dem „Mädchen können alles“-Plakat in ihrer kleinen, von der Kälte rot angelaufenen Hand? Kommt es in ein behütetes Heim, die Mutter oder den Vater an der Hand und erzählt ununterbrochen von den vielen Menschen und Eindrücken, die es auf der Demonstration sah? Bekommt es ein gutes Abendessen oder legt die kleine Familie eine Pause bei McDonalds ein? Ist sein Heim groß genug zum spielen und lernen oder muss es sich das Zimmer mit kleinen Geschwisterchen teilen, vollgestopft mit Puppen, Autos und Kuscheltieren? Weiß es, dass in einem anderen Zuhause ein Kind hungrig ins Bett geht? Mehr

Mädchen, pfeif auf den Prinzen!

So im Nachhinein ist es nicht verwunderlich, in welche Richtung ich mich entwickelt habe. Hier eins der Gedichte, die im Deutschunterricht gefühlt ständig zum Aufsagen und interpretieren genutzt wurden. Ich erinnere mich an min. drei mal. Umso erstaunlicher, dass es immer wieder in Vergessenheit gerät. Aber es ist hartnäckig. 😉

Mädchen, pfeif auf den Prinzen!

Josef Reding

Es kommt kein Prinz, der dich erlöst,
wenn du die Jahre blöd verdöst,
wenn du den Verstand nicht übst,
das Denken stets auf morgen schiebst.

Es kommt kein Prinz, der dich umfängt,
von nun an deine Schritte lenkt.
Befrei dich selbst vom Dauerschlaf,
sonst bleibst du nur ein armes Schaf.

Es kommt kein Prinz mit einem Kuss,
macht nicht mit deinen Sorgen Schluss;
es bringt dich auch kein Königssohn,
vom Kochtopf auf den Herrscherthron.

Du kannst dir selbst dein Leben bauen,
musst allen deinen Kräften trauen.
Mach noch heute den Versuch,
und pfeif auf den Prinzen im Märchenbuch!

Muss ich mit jedem/jeder können?

Im Zuge der aufkommenden Diskussionen von Frauenministerin Schröder (mehr oder weniger) mit Feminismusikone Schwarzer, oder dem Evolutionsblog mit Feministinnen wie dem Piratenweib stellte sich mir eben die Frage: Muss ich als bekennende Feministin mit allem solidarisieren, was sich Feminismus nennt? Muss ich mit allen d’accord gehen, die sich „Frau“ nennen? Gibt es so was wie Frauensolidarität noch bzw. sollte es so etwas geben?

Wenn ja, wenn Frauen noch immer eine überall prinzipiell unterdrückte und benachteiligte Gruppe der Bevölkerung sind, würde das bedeuten, dass ich dies mit allen anderen als weiblich geborenen Wesen teile und wir uns daher im Schulterschluss üben müssten. Dann müsste ich mich mit Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Alice Schwarzer, Eva Herman, Charlotte Roche, Kristina Schröder, Charlotte Engelhardt, Heidi Klum und Sonja Kraus (sowie die vielen ungenannten doch bekannten und unbekannten anderen Frauen) gemeinsam gegen „das Patriachat“ oder patriarchale Strukturen oder „die Männlichkeit“ stellen. Wird nur etwas schwierig. Die mir spontan eingefallenen Figuren vertreten die unterschiedlichsten politischen und privaten Meinungen und Lebensentwürfe. Um ehrlich zu sein, ich möchte mit keiner von ihnen tauschen. Und keiner in allem was auch immer sie sagt, zu 100% zustimmen. Nicht pauschal. Mehr

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