Frauen*SommerUniversität 2012 in Wien – Eine Nachschau

Es ist jetzt bald einen Monat her, das eins der größten Projekte – DAS größte Projekt – bei dem ich bisher mitwirkte, nun schon vorbei ist. Wird Zeit, es zu verbloggen.
Um es kurz zu sagen:
Es war gut.
Es war richtig gut.

Vor gut neun Monaten trafen sich fünf Frauen* das erste Mal um zu überlegen, ob und wie wir eine feministische Bildungsveranstaltung – die Frauen*Universität – in Wien auf die Beine stellen können. Die Dauer der Vorbereitung war nicht beabsichtigt, aber irgendwie war dieses Projekt wirklich so etwas wie unser „Baby“. Viele, viele Treffen, Organisationszeug und einiges an Nerven später standen wir am Campus der Universität Wien, in dem Raum, der sich „alte Kapelle“ nennt und eröffneten einen feministischen Herbst.

Frauenzeichen auf dem Altar, links und rechts von Engeln angebetet

Frauen*SommerUniversität, (c) Bettina Frenzel

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Aktion – Reaktion – Reaktionär?

Seit Mittwoch, dem 5. Oktober 2011 hat die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) der Universität Wien wieder eine gewählte *Frauenreferentin. Der ich zu ihrem verdienten Sieg gratulieren möchte. Denn das war dieses Jahr gar nicht so einfach. Und auch wenn ich das letztendliche Ergebnis bedingungslos unterstütze, habe ich doch ein paar Steine im Magen, was die Vorgehensweise anbelangt. Diese möchte ich hiermit niederschreiben, aus dem Kopf, aus dem Bauch und hinein in die Öffentlichkeit.

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Reclaim the streets: Revisited

Wie unschwer zu erraten, war ich am 19.März 2011 in Wien demonstrieren. Gemeinsam mit meiner besseren Hälfte und einer sehr guten Freundin, die gerade zu Besuch war, trotzten wir dem feucht-kalt-grauen Wetter und erfreuten uns an der bunten Vielfalt der Menschen und Demonstrationsformen. Bilder zum Ereignis auf diestandard, bei der denkwerkstatt und natürlich auf der Homepage 20.000 Frauen. Meine Kamera hat ihren Dienst verweigert, weil Akku leer.

So im Großen und Ganzen war es wirklich nett. Nicht im Vergleich zu den Bildungsdemonstrationen im letzten Herbst aber für eine Frauentagsdemonstration ungewöhnlich viele Menschen und für nicht-demonstrationserfahrene Frauengruppen auch super organisiert (habe ich mir sagen lassen, ich bin ja auch erst seit September 2010 im Lande und war nicht an der organisatorischen Planung beteiligt). Mehr

Wohin gehst du?

Ein paar erste Gedanken zur Demonstration.

Ein „Tschüss“, ein „Bis bald“ und die Wege trennen sich.
Gesichter, eben noch strahlend, eine Idee, einen Kampf teilend, machen sich auf dem Weg nach… ja wohin?
Zielstrebig, die Hände in die Taschen meiner roten Jacke versunken, steige ich die Treppen zur U-Bahn-Station hinab. Der Schal in Strickoptik spielt ein wenig mit dem warmen Luftstrom, der mir entgegenweht.
Ich frage mich, wohin die Menschen gehen, die ich nicht kenne und mit denen ich doch ein paar Stunden verbracht habe.

Wohin geht das kleine Mädchen mit dem „Mädchen können alles“-Plakat in ihrer kleinen, von der Kälte rot angelaufenen Hand? Kommt es in ein behütetes Heim, die Mutter oder den Vater an der Hand und erzählt ununterbrochen von den vielen Menschen und Eindrücken, die es auf der Demonstration sah? Bekommt es ein gutes Abendessen oder legt die kleine Familie eine Pause bei McDonalds ein? Ist sein Heim groß genug zum spielen und lernen oder muss es sich das Zimmer mit kleinen Geschwisterchen teilen, vollgestopft mit Puppen, Autos und Kuscheltieren? Weiß es, dass in einem anderen Zuhause ein Kind hungrig ins Bett geht? Mehr

Geh mal wieder auf die Straße…

… geh’ mal wieder demonstriern!
Denn wer nicht kämpft – kann nur verliern.

Werte Leser und Leserinnen,

am kommenden Samstag (=übermorgen!), dem 19.03.2011 steht ein besonderes Ereignis an.
ÖsterreicherInnen feiern den 100. Frauentag.*
Seit Monaten laufen die Vorbereitungen, die Organisation, die Gespräche und Diskussionen, die Forschung läuft heiß und die Berichterstattung der Medien… na ja, die auch ein bisschen. Frauen und Frauenrechte sind wieder Thema. Frauen, Männer und Queers der unterschiedlichsten Hintergründe kommen zusammen und wären es ohne dieses Vorhaben vielleicht nicht.

100 Jahre Frauentag. Ein Blick zurück und einer nach vorn.
Was wurde 1911 gefordert? Von wem?
Warum?
Wessen Päckchen tragen wir mit uns herum?
Auf wessen Spuren gehen wir?
Was haben wir erreicht?

Und was nicht?

Wo wollen wir hin? Wer will wohin? Warum? Und wie gelangen wir dort hin? Unter welchen Umständen? Mit welchen Mitteln?

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Hurra: Weltfrauentag

Heute ist der 100. Weltfrauentag. Und ich schreibe nicht viel zu Geschichte oder einen damals-heute-Vergleich oder andere inhaltliche Sachen. Da gibt es in meiner Blogroll einen Haufen gute Sachen.

z.B. von der Mädchenmannschaft, Girls can blog, bei Anke Gröner, im Genderblog oder bei Patrick.

Ich erzähle euch eine kurze Anekdote, die sich vor wenigen Wochen ereignet hat und mir wieder einmal bewusst machte, warum ich froh bin, heute zu leben und stolz auf alle, die dafür gekämpft haben, dass ich so leben kann, wie ich es tue.

Vor wenigen Wochen telefonierte ich mit einem entfernten Verwandten. Ich habe mit ihm seit gefühlten Ewigkeiten nicht gesprochen, also smalltalken wir etwas: Mehr

Muss ich mit jedem/jeder können?

Im Zuge der aufkommenden Diskussionen von Frauenministerin Schröder (mehr oder weniger) mit Feminismusikone Schwarzer, oder dem Evolutionsblog mit Feministinnen wie dem Piratenweib stellte sich mir eben die Frage: Muss ich als bekennende Feministin mit allem solidarisieren, was sich Feminismus nennt? Muss ich mit allen d’accord gehen, die sich „Frau“ nennen? Gibt es so was wie Frauensolidarität noch bzw. sollte es so etwas geben?

Wenn ja, wenn Frauen noch immer eine überall prinzipiell unterdrückte und benachteiligte Gruppe der Bevölkerung sind, würde das bedeuten, dass ich dies mit allen anderen als weiblich geborenen Wesen teile und wir uns daher im Schulterschluss üben müssten. Dann müsste ich mich mit Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Alice Schwarzer, Eva Herman, Charlotte Roche, Kristina Schröder, Charlotte Engelhardt, Heidi Klum und Sonja Kraus (sowie die vielen ungenannten doch bekannten und unbekannten anderen Frauen) gemeinsam gegen „das Patriachat“ oder patriarchale Strukturen oder „die Männlichkeit“ stellen. Wird nur etwas schwierig. Die mir spontan eingefallenen Figuren vertreten die unterschiedlichsten politischen und privaten Meinungen und Lebensentwürfe. Um ehrlich zu sein, ich möchte mit keiner von ihnen tauschen. Und keiner in allem was auch immer sie sagt, zu 100% zustimmen. Nicht pauschal. Mehr

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